24-Jähriger kaufte 25 Scheine Papenburg: Bewährungsstrafe wegen falscher Fünfziger

Von Maike Plaggenborg

Die Verhandlung um 25 falsche Fünfziger wurde am Amtsgericht Papenburg verhandelt. Symbolfoto: Maike PlaggenborgDie Verhandlung um 25 falsche Fünfziger wurde am Amtsgericht Papenburg verhandelt. Symbolfoto: Maike Plaggenborg

Papenburg. Im Internet hatte sich ein 24-Jähriger aus dem nördlichen Emsland 25 falsche 50-Euro-Scheine besorgt und zwei davon zum Bezahlen genutzt. Dafür ist der Mann vor dem Papenburger Amtsgericht zu einem Jahr Haft auf Bewährung plus einer Geldauflage verurteilt worden.

Die vier geladenen Zeugen schickte der Richter ungehört wieder nach Hause, denn der Angeklagte hatte von Beginn der Verhandlung an gestanden, 25 falsche 50-Euro-Scheine im Internet gekauft zu haben. Einen davon hatte er bei der Veranstaltung Heeder See in Flammen benutzt, den anderen bei einem Papenburger Schnellrestaurant, wo der versuchte Betrug dann am 31. August 2014 aufflog. Eine Schwarzlichtkontrolle des Scheins hatte den Mann überführt. Bei der anschließenden Hausdurchsuchung fanden die Ermittler dann 23 weitere Exemplare des gedruckten Falschgeldes, das ihm per Post zugestellt worden ist, wie der Angeklagte angab.

50-Euro-Scheine für acht Euro pro Stück

Im Internet sei er über eine flüchtige Bekanntschaft auf die Webseite gestoßen, auf der es die Scheine für acht Euro pro Stück zu kaufen gab. „Es war blöd von mir, so etwas zu machen“, sagte der 24-Jährige. 200 Euro hatte er damit insgesamt ausgegeben für bedrucktes Papier, das zwar Sicherheitsmerkmale hatte, aber auch deutlich dicker war, als echtes Geld. „Das musste nicht sofort auffallen“, sagte der Rechtsanwalt des Angeklagten aufgrund dessen Beschreibung. Vor allem im Trubel einer Veranstaltung wie beim Heeder See könnte man so einen Schein leicht übersehen. Auch der Anwalt gestand die Schuld des 24-Jährigen ein und sprach „auf gut Deutsch“ von einer „Scheiß-Aktion“.

Angeklagter hatte keine Vorstrafen

Als Motiv nannte der Mann aus dem nördlichen Emsland Geldnot, allerdings – so sagte der Staatsanwalt – gibt es Leute, die weniger haben. Der Angeklagte hatte zum Tatzeitpunkt abzüglich der Warmmiete rund 900 Euro monatlich zur Verfügung. Der Betrugsversuch mit dem falschen Geld kommt den Angeklagten nun teuer zu stehen, sagte der Richter. Neben der Bewährungsstrafe von einem Jahr, die über einen Zeitraum von drei Jahren besteht, muss der Mann 800 Euro in 100-Euro-Raten an den Hospizverein Papenburg zahlen. Der Staatsanwalt hatte denselben Betrag aber mit einem Jahr und drei Monaten eine höhere Bewährungsstrafe gefordert. „25 Scheine sind nicht am untersten Rand“, sagte er. Allerdings sei sein Auszug „weiß“ – kein Vorstrafen also. Richter, Staatsanwaltschaft und der Rechtsanwalt waren sich einig über die gute Sozialprognose des Angeklagten. „Es ist deutlich erkennbar, dass Sie die Sache ernst nehmen“, sagte der Richter, auch mit Blick auf die Kleidung des Mannes. „Ich habe zuerst gedacht, der Rechtsanwalt bringt seinen Referendar mit.“