Neue Ausgabe der Heimatblätter Bekannter US-Architekt war gebürtiger Aschendorfer

Von Jan-Hendrik Kuntze

Auch die St. John Cantius Church in Chicago wurde von dem gebürtigen Aschendorfer Adolphus Drüding konzipiert. Foto: Father Joshua Caswell.Auch die St. John Cantius Church in Chicago wurde von dem gebürtigen Aschendorfer Adolphus Drüding konzipiert. Foto: Father Joshua Caswell.

Aschendorf . Das 53. Heft der Aschendorfer Heimatblätter ist erschienen und ab sofort im Buchhandel und im Aschendorfer Kiosk Bösing erhältlich. Darin hat sich Gerd Harpel mit dem bekannten amerikanischen Architekten Adolphus Drüding auseinandergesetzt, dessen Spuren er bis nach Aschendorf zurückverfolgen konnte.

Mehr als 40 Kirchen hat er in 14 verschiedenen Staaten Amerikas gebaut – geboren wurde er jedoch nicht in den USA, sondern in Aschendorf im Mai 1838. Die Rede ist von Adolphus Drüding, dessen Nachname mit seinem Umzug in das Land der unbegrenzten Möglichkeiten in Druiding geändert wurde. Laut Harpel gehört er zu den berühmtesten Kirchenbaumeistern der USA in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts.

Erst die Knabenschule, dann die Privatschule an der Friederikenstraße

Drüdings Vater war Arzt, seine Mutter Niederländerin und Adolphus das älteste von sechs Kindern des Paares. Nach dem Besuch der Knabenschule Aschendorf, die im heutigen „alten“ Amandushaus untergebracht war, besuchte er die weiterführende Privatschule an der Friederikenstraße.

Das anschließende Studium an der Polytechnischen Schule in München – der heutigen Technischen Universität – schloss Drüding mit Auszeichnung ab. Nach der Fortsetzung des Studiums an der Berliner Bauakademie arbeitete er unter anderem für die niederländische Regierung, bevor er dann 1865 in die USA auswanderte. In den 35 Jahren, die ihm dort bis zu seinem Tod in St. Louis im Jahre 1900 blieben, baute er die meisten seiner 40 Kirchen in den Staaten Ohio, Missouri, Illinois und New York.

Harpel stieß zufällig auf Drüding

Harpel ist durch Zufall auf Drüding aufmerksam geworden. Durch einen Fotohinweis in dem neusten Band der Emslandjahrbücher sei Drüding als Architekt aus Aschendorf erwähnt worden. Daraufhin hat sich Harpel an dessen Fersen geheftet. „Familienangehörige gibt es hier im Emsland aber keine mehr. Sie ist ausgestorben“, verrät Harpel im Gespräch mit unserer Redaktion.

Doch die neue Ausgabe greift auch noch andere Themen auf. So wendet sich Dieter Simon in einem Artikel dem Alkoholmissbrauch vor hundert Jahren in der Region zu. Dabei zitiert er aus Zeitungsartikeln der damaligen Zeit, die bei Todesfällen im Zusammenhang mit Trinksucht gern vom „Schnapsteufel“ redeten, der sein Unwesen trieb. Paul Thoben erzählt in einem Beitrag die Geschichte des Altenkamper Archivs und des Familienarchivs Behnes, die im letzten Jahr an das Niedersächsische Landesarchiv in Osnabrück übergeben wurden und deren Findbuch zukünftig auch online zur Verfügung stehen soll. Ebenfalls findet der Leser in dem neuen Heimatblatt einen Artikel von Dieter Glatthaar, der sich die geschichtliche Entwicklung des nördlichen Emslandes im 19. Jahrhundert in einigen Schlaglichtern genauer ansieht.