„Frisia V“ wird verschrottet Erster und letzter Hafen für Norderney-Fähre ist Papenburg

Von Christoph Assies

Die in Papenburg gebaute „Frisia V“ liegt an der Pier der Firma DA Schiffsverwertung und wird demnächst verschrottet. Foto: Christoph AssiesDie in Papenburg gebaute „Frisia V“ liegt an der Pier der Firma DA Schiffsverwertung und wird demnächst verschrottet. Foto: Christoph Assies

Papenburg. Die auf der Papenburger Meyer Werft gebaute Fähre „Frisia V“ wird nun in direkter Nachbarschaft der Werft bei der Firma DA Schiffsverwertung abgewrackt.

Die „Frisia V“ war 1965 von den Papenburger Schiffbauern für den Einsatz auf der Linie Norddeich – Norderney abgeliefert worden und das dienstälteste Schiff der Reederei Norden-Frisia. Die Fähre stand seit August 2015 zum Verkauf. Eine Reederei aus Zentralamerika war zunächst durch Vermittlung eines Hamburger Maklers auf das 63,70 Meter lange Schiff aufmerksam geworden. Die Coonatramar aus Puntarenas (Costa Rica), die einen Fährdienst an der Pazifikküste des Landes im Golf von Nicoya von Puntarenas nach Playa Naranjo betreibt, hatte im März 2003 bereits das drei Jahre ältere Schwesterschiff, die ebenfalls auf der Meyer Werft gebaute, „Frisia VIII“ gekauft. Das Geschäft zum Kauf der „Frisia V“ kam jedoch nach Angaben des Fachmagazins „Täglicher Hafenbericht“ aufgrund von Finanzierungsproblemen nicht zustande.

In dieser Woche kam die „Frisia V“ nun zu ihrer letzten Fahrt in den Hafen, in dem sie 1965 fertiggestellt wurde. Mehrfach wurde die „Frisia V“ umgebaut. Schon 1972 erfolgte eine Verlängerung von 44 auf 53,70 Meter, 1984 wurde das Schiff um weitere zehn Meter verlängert und konnte damit 40 Fahrzeuge und 740 Passagiere zur Nordseeinsel Norderney befördern. Das Schiff wurde im Juli 2015 auf der Linie nach Norderney durch die von der Emder Cassens Werft gebaute „Frisia III“ ersetzt, die mit einer Länge von 74,35 Metern noch einmal größer ist und 50 Fahrzeuge sowie ganzjährig 1350 Passagiere aufnehmen kann.

Das 2012 gegründete Unternehmen DA Schiffsverwertung auf dem Gelände des Bera-Hafenterminals zerlegt das Schiff in Zusammenarbeit mit dem Meppener Entsorgungsunternehmen Augustin in den nächsten Wochen in seine Einzelteile und verkauft noch verwertbare Ersatz- und Zubehörteile.


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