Zwei Jahre auf Bewährung Drogenhandel: Landgericht verurteilt 24-jährigen Papenburger

Von Horst Troiza

Der Papenburger hatte gestanden, im Besitz von 1,9 Kilogramm Cannabis und anderer Drogen gewesen zu sein. Symbolfoto: Frank Leonhardt/dpaDer Papenburger hatte gestanden, im Besitz von 1,9 Kilogramm Cannabis und anderer Drogen gewesen zu sein. Symbolfoto: Frank Leonhardt/dpa

Osnabrück. Ein 24-Jähriger aus Papenburg ist wegen Drogenhandels vom Landgericht Osnabrück zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren auf Bewährung verurteilt worden. Der Staatsanwaltschaft hatte sogar drei Jahre Gefängnis gefordert.

Die Staatsanwaltschaft hatte gegen das gleich lautende Urteil des Amtsgerichts Papenburg vom April Berufung eingelegt. Ihr war die zur Bewährung ausgesetzte Strafe gegen den Papenburger, der in vier Fällen in großem Umfang Drogengeschäfte betrieben hatte, als zu gering erschienen.

Denn bereits in der ersten Instanz hatte der Angeklagte unumwunden zugegeben, im Besitz von 1,9 Kilogramm Cannabis, 150 Gramm Kokain sowie 20 Gramm Rauschpilzen gewesen zu sein. Nach Auffassung der Strafverfolger wären in dieser Sache drei Jahre angemessener gewesen.

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Der Angeklagte hatte ausgesagt, Ende 2014 durch die Insolvenz des Betriebes, in dem er beschäftigt gewesen war, arbeitslos geworden zu sein. Zwei Monatslöhne waren nicht ausbezahlt worden, eine anschließend angetretene Arbeitsstelle war nur auf 450-Euro-Basis abgeschlossen worden. Wegen der Schwangerschaft seiner Ehefrau sei er in Panik verfallen. Um einer drohenden Mittellosigkeit auszuweichen, sei er auf den Gedanken gekommen, mit dem Drogenhandel die finanzielle Schieflage ausgleichen zu können. „Ursprünglich hatte ich den größten Teil der Drogen, ausgenommen das Kokain, für den Eigengebrauch angeschafft“, erklärte der Handwerksgeselle dem Gericht.

Hausdurchsuchung im Oktober 2015

Nachgewiesenermaßen war das aber nicht geschehen, die Drogen landeten bei einem Zwischenhändler und dann bei den Endabnehmern. Im Oktober 2015 waren bei einer Hausdurchsuchung in der damaligen Wohnung des Angeklagten in Papenburg rund 260 Gramm Cannabis und eine kleine Menge Rauschpilze sichergestellt worden. Er wurde in Untersuchungshaft genommen, die ein halbes Jahr andauerte. Danach war er vom Amtsgericht zu der Bewährungsstrafe verurteilt worden.

Nachdem der Fall nun noch einmal vor dem Landgericht aufgerollt worden war, sah man dort keinen Anlass, das in Papenburg ergangene Urteil zu beanstanden. Die Kammer hielt die Einsatzstrafen für alle vier verhandelten Fälle als in der Sache angemessen, ebenso sei der Angeklagte zum Zeitpunkt der Taten nicht vorbestraft gewesen zu sein. Auch sein umfassendes Geständnis hatte für Pluspunkte gesorgt. „Der Angeklagte hat den Handel mit Betäubungsmitteln eingeräumt und seine finanzielle Notlage genannt. Allerdings hat er in einer für ihn schwierigen Situation eine vollkommen falsche Entscheidung getroffen“, kommentierte der Vorsitzende der Kammer den Fall.


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