Ortstermin schafft Klarheit Lage auf Glashütte in Papenburg vorerst beruhigt

Von Mirco Moormann

Heinrich Hövelmann (links) zeigte den Anwesenden die Flüchtlingsunterkunft auf dem Gelände der Glashütte. Foto: Mirco MoormannHeinrich Hövelmann (links) zeigte den Anwesenden die Flüchtlingsunterkunft auf dem Gelände der Glashütte. Foto: Mirco Moormann

Papenburg. Nachdem die Anton-Neumann-Stiftung in der vergangenen Woche ihren Unmut über die Situation auf dem Gelände der ehemaligen Glashütte kundgetan hatte, kam es am Montagmorgen zum Ortstermin mit Pächter Heinrich Hövelmann, bei dem einige Bedenken ausgeräumt werden konnten.

Wie berichtet hatte Hövelmann die Anschuldigungen, eine sechsköpfige Familie lebe in menschenunwürdigen Zuständen, zurückgewiesen. Am Montag attestierte er den Vorstandsmitgliedern der Anton-Neumann-Stiftung, Bernd Plikat und Thomas Feldmann, eine „erschreckende Unkenntnis der Flüchtlingsproblematik“, so Hövelmann. Weiter vermute er, dass die Anton-Neumann-Stiftung versuche, ihn und seine eigene Stiftung „Klima schützen, damit Kinder leben können“ loszuwerden. „Es scheint das Ziel zu sein, dass wir hier verschwinden sollen“, sagte Hövelmann.

Feldmann erwiderte, dass die Stiftung als Inhaber der ehemaligen Glashütte bei einer Begehung auf die sechsköpfige Familie gestoßen sei. Matratzen hätten in einem ungeheizten Raum auf dem Boden gelegen.

Hövelmann wies erneut auf die Situation der Familie hin und erklärte, dass es der Wunsch der Familie sei, in einem Raum zu schlafen, da die Kinder sonst zu große Angst hätten.

Unterstützung erhielt Hövelmann von Gerhard Schipman von der UBF-Fraktion im Papenburger Rat. Es habe sich bei der Unterbringung der Familie um eine Notsituation gehandelt. „In einer solchen Lage sind Vorschriften auch einmal als nachrangig anzusehen“, sagte Schipmann.

Hövelmann erklärte, dass die Familie des Mannes kurzfristig und am Wochenende nach Papenburg gekommen sei. Man habe dann die Wohnung hergerichtet, da der Mann zuvor in der Gemeinschaftsunterkunft in der ehemaligen Heizhalle lebte. Der aus Syrien stammende Mann erzählte in der Runde von seinen Versuchen, eine Wohnung zu finden. In Papenburg sei er erfolglos geblieben, sodass die Familie zum neuen Jahr nach Salzgitter zieht.

Einen Einblick in die schwierige Situation und allen dazugehörigen Widrigkeiten gab auch Auri Costa, die ehrenamtlich für die Stiftung Hövelmanns arbeitet. Ständig kämen neue Flüchtlinge, für die schnell Wohnraum beschafft werden müsse. „Sonst müssen die Leute auf der Straße leben“, so Costa.

Ebenfalls Position bezog Heiner Butke. Der Papenburger ist in der Flüchtlingssozialarbeit auf dem Gelände der Glashütte, auf der Hövelmann seine Stiftung betreibt, tätig. „Sie müssen einsehen, dass Sie mit ihrem Schreiben einen riesigen Fehler gemacht haben. Ein kurzes Gespräch mit Hövelmann nach der Begehung hätte vielleicht schon gereicht“, so Butke.

Nach einem Rundgang über das Gelände zeigten sich Feldmann und Plikat mit der jetzigen Situation zufrieden. Es sei in den vergangenen Wochen einiges geschehen, hieß es. Einige Fragen bezüglich des Baurechts gelte es aber noch zu klären. Hier warten die Stiftungsvorstände noch auf die Antworten der Stadt Papenburg, an die sie ihre Anfrage in der vergangenen Woche gerichtet hatten.

Der geleisteten Flüchtlingsarbeit zollten sie Respekt und sprachen Hövelmann und Costa ihren Dank dafür aus.