Kritik an Unterbringung von Flüchtlingen Glashütte: Besitzer erheben Vorwürfe gegen Pächter

Auf der Papenburger Glashütte hängt der Haussegen schief: Der Besitzer des Areals, die Anton-Neumann-Stiftung, erhebt Vorwürfe gegen den Pächter Heinrich Hövelmann. Foto: Dirk HellmersAuf der Papenburger Glashütte hängt der Haussegen schief: Der Besitzer des Areals, die Anton-Neumann-Stiftung, erhebt Vorwürfe gegen den Pächter Heinrich Hövelmann. Foto: Dirk Hellmers

Papenburg. Die Anton-Neumann-Stiftung, Besitzer der ehemaligen Glashütte in Papenburg, erhebt Vorwürfe gegen den Pächter des Geländes, Heinrich Hövelmann. Die dort lebenden Flüchtlinge seien nicht ordnungsgemäß untergebracht. Hövelmann weist die Vorwürfe zurück.

In einem Schreiben an Bürgermeister Jan Peter Bechtluft, das auch an alle Fraktionsvorsitzenden im Papenburger Rat ging und unserer Redaktion vorliegt, berichtet der Vorstand der Anton-Neumann-Stiftung unter anderem von „unmenschlichen Zuständen“ auf dem Areal.

Eine sechsköpfige Familie lebe auf nur 30 Quadratmetern und auch in der ehemaligen Heizhalle seien zu viele Menschen untergebracht. Es dürften nur zwölf Personen dort leben, am Briefkasten habe man bei einer Ortsbegehung aber 14 Namensschilder gezählt, heißt es in dem Schreiben.

Im Gespräch mit dem Pächter Hövelmann, der auf dem Gelände der Glashütte seine Stiftung „Klima schützen, damit Kinder leben können“ betreibt, weist dieser die Vorwürfe zurück.

„Die Annahme der Anton-Neumann-Stiftung, dass in der Heizhalle nur zwölf Personen leben dürfen, ist nicht korrekt“, sagt Hövelmann. Insgesamt sei die Unterkunft für 18 Personen zertifiziert. Im Schnitt lebten zwölf Personen dort. Zudem herrsche in der Unterkunft eine hohe Fluktuation, da immer wieder neue Asylbewerber kämen und auch abreisten.

Die Stadt Papenburg teilt auf Anfrage mit, dass aktuell sieben Asylbewerber, die durch die Stadt Papenburg mit Wohnraum versorgt werden, dort leben. „Die Unterbringung dieser Personen erfolgt im gesetzlich zulässigen Rahmen“, sagt Stadtsprecher Heiko Abbas.

Weiter würden die Unterkünfte für Beschäftigte und für Asylbegehrende von der Stadt Papenburg grundsätzlich auf der Grundlage des gemeinsamen Erlasses des Landessozial- und Landesinnenministeriums vom 17. Dezember 2013 geprüft.

„Die ehemalige Heizhalle ist als Unterkunft für Beschäftigte nach dem genannten Erlass überprüft und genehmigt worden. Ende 2014 hat es eine mängelfreie Schlussabnahme gegeben“, so Abbas. Im Rahmen der Umnutzung zu einer Unterkunft werde auch festgelegt, wie viele Menschen dort unterkommen dürfen. Diese Zahl werde in der Baugenehmigung festgehalten. „Bis jetzt hat es keine Anhaltspunkte gegeben, dass es im Rahmen der Nutzung dieser Immobilie zu einer Überbelegung gekommen ist“, so der Stadtsprecher weiter.

Zur Situation der sechsköpfigen Familie berichtet Hövelmann, dass es der Wunsch der Familie ist, in dieser Wohnung zu leben. Derzeit habe er eine neue Bleibe in Aussicht, bis dahin möchte die Familie dort bleiben.

Der Vorstand der Anton-Neumann-Stiftung berichtete weiter, dass die Fenster in der Wohnung mit Zeitungen und Pappe verklebt seien. Dies bestätigt Hövelmann und erklärt, dass es der Familie, dessen Kinder durch den Krieg in der Heimat Syrien, traumatisiert seien und dass es der ausdrückliche Wunsch der Familie sei, die Fenster zu verdunkeln.

Vonseiten der Stadt heißt es, dass es sich in diesem Fall um eine Wohnung und nicht um eine Unterkunft im Sinne des Erlasses handele. Abbas: „Die Apartments sind seinerzeit bauaufsichtlich für eine Wohnnutzung genehmigt worden. Bei einer Wohnung sind die Richtlinien für Unterkünfte nicht anzuwenden, darum ist es in diesem Falle durchaus möglich und auch nicht zu beanstanden, dass eine Familie auf 30 Quadratmetern wohnen kann.“

Hövelmann teilt weiter mit, dass er am Montag um 10 Uhr zu einem Gespräch an der Glashütte eingeladen hat. Er habe Vertreter der Stadt, des Vorstandes der Anton-Neumann-Stiftung und die UBF-Fraktion im Stadtrat eingeladen, sich vor Ort umzusehen. Die UBF sei laut Hövelmann die einzige Fraktion im Stadtrat, die sich nach dem Schreiben bei ihm gemeldet habe.


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