Kein leichtes Unterfangen Beichtstuhl zurück in Aschendorfer Amanduskirche

Von Jan-Hendrik Kuntze


Papenburg. Am Samstagvormittag war es soweit: Der alte Beichtstuhl aus dem 18. Jahrhundert hat den Weg vom Aschendorfer Heimathaus bis zu seinem neuen Bestimmungsort zurückgelegt. Er steht nun im neuen Teil der Amanduskirche.

Leicht hat er es den Verantwortlichen wahrlich nicht gemacht. Mit seinen mehreren hundert Kilo brachte der Beichtstuhl die Hobbyrestauratoren Gerd Bohse und Johann Bruns sowie ihre Helfer Berzan Majid, Hermann Kamphus und Anna-Lena Bohse kräftig ins Schwitzen. Denn von allein konnte er die mehreren hundert Meter vom Aschendorfer Heimathaus bis zur Amanduskirche schließlich nicht zurücklegen.

Auf zwei Paletten gestellt und mithilfe von zwei Hubwagen brachte ihn das fünfköpfige Team aber dann doch relativ problemlos durch den Ort bis zum Eingang der Amanduskirche. Dort musste zunächst das Kopfteil des Beichtstuhls entfernt werden. Mit seinen mehr als zwei Metern Gesamthöhe war das barocke Gebilde zu groß, um in einem Stück in das Gotteshaus verfrachtet zu werden.

Beinnahe unbeschadet überführt

Dann jedoch begannen die Probleme. Die Einfahrt durch die Tür der Amanduskirche erwies sich als Maßarbeit, nicht zuletzt, weil der Beichtstuhl auf den Paletten hin und her rutschte. Auch die Position des Weihwasserbeckens hat seinen Beitrag dazu geleistet, die Einfahrt in die Amanduskirche zu verlangsamen – es stand schlichtweg und unverrückbar im Weg.

Nächstes Hindernis: die Kirchenbänke. Denn die sind in der Amanduskirche sorgfältig im Boden verschraubt. Doch die Gänge waren zu eng, um den alten Koloss mit Hubwagen an seinen Platz links vom Altar zu manövrieren, wie das Team nach mehrmaligem Probieren feststellen musste. Doch so schnell ließen sie sich nicht entmutigen. Kurzerhand wurden zwei Möbelroller organisiert, mit denen sich die engen Kurven viel besser bewältigen ließen. Nach rund zwei Stunden war die Aktion dann abgeschlossen. Bis auf ein winziges Eckstück, dass sich während der Überfahrt löste, ist der Beichtstuhl unbeschadet an seinem Platz angekommen.

Mehr als ein Jahr Arbeit

Der Beichtstuhl, der im Jahr 1714 aus Eichenholz gebaut wurde, war zunächst im Aschendorfer Franziskanerkloster untergebracht. Als dieses im 19. Jahrhundert geschlossen wurde, platzierte man den Beichtstuhl in der Amanduskirche. Jedoch wurde er aufgrund der Renovierungsarbeiten im Jahr 2001 in eine Tunxdorfer Scheune verfrachtet. Im vergangenen Jahr hatten Bohse und Bruns begonnen, den Beichtstuhl ehrenamtlich zu restaurieren (Weiterlesen: Aschendorfer möbeln historischen Beichtstuhl auf ). Nach dem Abschluss der Arbeiten hatte der Kirchenvorstand St. Amandus beschlossen, das gute Stück wieder in der Kirche aufzustellen.


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