Insgesamt 19 Straftaten Papenburger Gericht verurteilt 20-Jährigen zu Bewährungsstrafe

Nach 19 Straftaten ist ein 20-Jähriger vor dem Jugendschöffengericht in Papenburg zu einer Jugendstrafe von einem Jahr und neun Monaten veurteilt worden. Symbolfoto: colourbox.comNach 19 Straftaten ist ein 20-Jähriger vor dem Jugendschöffengericht in Papenburg zu einer Jugendstrafe von einem Jahr und neun Monaten veurteilt worden. Symbolfoto: colourbox.com

Papenburg. Wegen gefährlicher gemeinschaftlicher Körperverletzung in vier Fällen, fünffacher vorsätzlicher Körperverletzung, neunfachen Hausfriedensbruchs und Fahren ohne Führerschein ist ein 20-Jähriger vor dem Jugendschöffengericht in Papenburg zu einer Jugendstrafe von einem Jahr und neun Monaten verurteilt worden. Die Strafe wurde zur Bewährung ausgesetzt.

Nach einem Monat Verhandlungszeit und über 60 Zeugen ist das Jugendschöffengericht zu einem Urteil gekommen. In insgesamt zehn Anklagen wurde dem 20-Jährigen aus dem nördlichen Emsland vorgeworfen, zunächst auf dem Dörpener Schützenfest 2015 auf eine Vielzahl von Opfern mit anderen Jugendlichen eingeschlagen und getreten zu haben. Außerdem soll er laut der ersten Anklage im Juni 2015 vor der Diskothek Stricker in Dörpen ein Opfer grundlos verprügelt haben, sodass dieses erhebliche Verletzungen davon getragen hatte. Die Anklage der Sachbeschädigung wurde laut Staatsanwaltschaft eingestellt.

Mehrere Körperverletzungen und Hausfriedensbrüche

Darüber hinaus soll der 20-Jährige im März 2016 vorsätzlich mit einem Pkw-Anhänger gefahren sein, für den er keine Fahrerlaubnis hatte. Auf dem Frühlingsfest im März in Dörpen habe der Beschuldigte ein Opfer grundlos bewusstlos geprügelt und mit anderen Jugendlichen mehrfach auf den am Boden Liegenden eingetreten.

Die fünfte Anklage warf dem Heranwachsenden vor, im Oktober 2015 in der Diskothek Stricker einen Besucher mit der Faust geschlagen zu haben, weil er den Angeklagten angerempelt hatte. Insgesamt sieben Straftaten sah die nächste Anklage vor. Zunächst habe der Beschuldigte im November 2015 einen Unbekannten auf dem Parkplatz der Diskothek Stricker in Dörpen zu Boden geprügelt. Danach habe er auch den Freund, der dem Opfer zur Hilfe kam, mit einem Schlag verletzt. Zu den vorsätzlichen Körperverletzungen kommen laut Anklageschrift fünf Hausfriedensbrüche.

Lebensgefährliche Verletzungen bei einem Opfer

Eine weitere vorsätzliche Körperverletzung wurde in der Diskothek Steffens in Neulehe angeklagt. Um zwei weitere Hausfriedensbrüche handelte es sich in der achten Anklage. Darüber hinaus soll der 20-Jährige auch auf der Beach Party 2015 in Dörpen einen Besucher grundlos mit mehreren Faustschlägen verletzt haben.

Die laut Staatsanwaltschaft schlimmste angeklagte Auseinandersetzung fand im Dezember 2015 vor der Diskothek Stricker statt. Mit Holzpfählen sollen der Angeklagte und andere Jugendliche auf ein Opfer eingeprügelt und -geschlagen haben. Dabei wurde das Opfer lebensgefährlich verletzt.

Teilweise hat sich der Angeklagte nach Angaben des Staatsanwalts geständig gezeigt. Durch die Jugendgerichtshilfe konnte festgestellt werden, dass der Beschuldigte in schwierigen Verhältnissen aufgewachsen sei und sehr früh Verantwortung für sein Leben übernehmen musste. Auch Alkohol und Drogen hätten in seinem Leben eine Rolle gespielt.

„Sinn und Zweck des Jugendstrafrechts ist es, die Straftäter wieder auf die richtige Spur zu bringen“, so der Staatsanwalt. Auch weil der 20-Jährige gerade wieder eine Ausbildung angefangen habe und in einigen Monaten Vater werden würde, könne die Strafe zur Bewährung ausgesetzt werden. „Ich habe aber erhebliche Bedenken dabei“, so der Staatsanwalt.

Die Verteidigung und der Richter schlossen sich den Ausführungen der Staatsanwaltschaft an. Dem Verurteilten wird ein Bewährungshelfer zur Seite gestellt. Außerdem muss er 200 Stunden gemeinnützige Arbeit ableisten.


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