Menge von Grünschnitt macht Probleme Wertstoffhöfe weisen künftig Nicht-Emsländer ab


Papenburg. Der Wertstoffhof an der Flachsmeerstraße in Papenburg stößt vor allem wegen der großen Menge von angeliefertem Grünschnitt an seine Kapazitätsgrenzen. Der Landkreis Emsland hat nun für alle seine Höfe verfügt, dass nur noch eigene Bürger Müll anliefern dürfen. Das hat Folgen für die Westoverledinger.

Den eigenen Garten fit für den Winter zu machen stand für viele Menschen im nördlichen Emsland in den vergangenen Wochen auf der Aufgabenliste. Egal ob Rückschnitt der Hecke, von Bäumen oder wie jetzt das Zusammenrechen von herabgefallenen Blättern: Es fallen große Mengen Grünabfall an, die entsorgt werden wollen und die schnell für ein Überquellen der grünen Biotonne sorgen.

Das hat Folgen für die Wertstoffhöfe des Landkreis Emsland. Die Einrichtung an der Flachsmeerstraße in Papenburg hat nun Alarm geschlagen. „Grünabfälle werden auf dem Wertstoffhof an der Flachsmeerstraße in hohen Mengen angeliefert. Dies führt zu zunehmenden Kapazitätsengpässen“, teilt Anja Rohde, Sprecherin des Landkreis Emsland, auf Anfrage mit. Insgesamt sind es alleine in Papenburg jährlich mehr als 5.100 Tonnen Grünabfälle, die von Bürgern angeliefert werden. Mengen, die nur mit immer größerem Aufwand und damit Kosten bewältigt werden können. „Diese werden von den Gebührenzahlern getragen“, stellt die Sprecherin fest.

Kontrolle über Personalausweis

Eine Analyse des Abfallwirtschaftsbetriebs (AWB) hat ergeben: Bedingt durch die Nähe zum Landkreis Leer stammt „ein nicht unerheblicher Anteil der angelieferten Wertstoffe in Papenburg aus der Gemeinde Westoverledingen“, heißt es. Im Kreishaus in Meppen haben die Verantwortlichen deshalb reagiert. „Aus den genannten Gründen hat der Landkreis Emsland veranlasst, verstärkt darauf zu achten, nur noch Wertstoffe anzunehmen, die auch im Landkreis Emsland angefallen sind“, erklärt Rohde, die betont: „Dies gilt künftig für alle Entsorgungsanlagen im Landkreis Emsland.“ Die Kontrolle erfolgt durch Vorzeigen der Personalausweise.

(Weiterlesen: Wertstoffhöfe werden ausgebaut: Emsland vereinfacht Schadstoffentsorgung)

Die Sprecherin verweist auf geltende Regelungen des Kreislaufwirtschaftsgesetzes, nachdem Wertstoffe grundsätzlich der „entsorgungspflichtigen Körperschaft zu überlassen, in deren Gebiet sie anfallen“. Das heißt, dass Grünschnitt, der im Landkreis Leer anfällt, auch dem Landkreis Leer als überlassen werden muss. Allerdings wurde bisher zumindest geduldet, dass auch Nicht-Emsländer den Wertstoffhof in Papenburg nutzen.

Gemeinde Westoverledingen will Gespräche

In Westoverledingen wird die Nachricht alles andere als erfreut aufgenommen. „Vor allem für die Bürger im südlichen Bereich unserer Gemeinde war die Anlieferung zum Wertstoffhof in Papenburg sehr praktisch und nah. Es ist schade, dass die Möglichkeit erst einmal nicht mehr besteht“, sagt der frisch gewählte Bürgermeister und frühere Pressesprecher von Westoverledingen, Theo Douwes. Gemeint sind die Ortsteile Völlen, Völlenerfehn, Völlenerfkönigsfehn und Steenfelde. Von dort bis zur Zentraldeponie in Breinermoor bei Leer sind es etwa 20 Kilometer. Aussagen aus der Kommunalpolitik der Gemeinde, die fürchtet, das es künftig vermehrt zu illegalen Entsorgung von Grünschnitt in der Natur kommen wird, will Douwes nicht kommentieren.

Der Bürgermeister kündigte Gespräche mit beiden Landkreisen an, um eine Lösung auszuloten. Zunächst soll festgestellt werden, um wie viele Anlieferungsfälle und Mengen es überhaupt geht. Möglich erscheint auch eine Kostenbeteiligung des Landkreis Leer an der Entsorgung im Emsland oder ein Austausch von Müllmengen beziehungsweise Aufgaben.


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