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Band spielt beim Emsland Hate Slam Erstes Album der Dry Dudes: „Auf CD klingen wir fetter“

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Nach oben, das ist die Richtung, in die es für die „Dry Dudes“ geht: Patrick Schütte (links) und Erwin Holm haben ihr erstes Album eingespielt. Bevor es im Januar 2017 auf den Markt kommt, gibt die Band noch einige Konzerte – u.a. sind die beiden Musiker beim 1. Emsland Hate Slam am 1. November in Lingen dabei. Foto: Gerrit WienekampNach oben, das ist die Richtung, in die es für die „Dry Dudes“ geht: Patrick Schütte (links) und Erwin Holm haben ihr erstes Album eingespielt. Bevor es im Januar 2017 auf den Markt kommt, gibt die Band noch einige Konzerte – u.a. sind die beiden Musiker beim 1. Emsland Hate Slam am 1. November in Lingen dabei. Foto: Gerrit Wienekamp

Osnabrück. Es geht Schlag auf Schlag bei der Band „Dry Dudes“: Erwin Holm aus Esterwegen und Patrick Schütte aus Surwold haben ihre erste CD eingespielt. Kostproben sind beim Emsland Hate Slam am 1. November in Lingen zu hören. Wie die Zusammenarbeit mit ihrem Label ist, ob die Band größer wird und welche Rolle der Dackel im aktuellen Video spielt, verraten sie im Interview.

Wie läuft die Arbeit an Eurem Debütalbum?

Patrick Schütte: Es ist schon fertig! Zwölf Songs sind drauf. Im Juli haben wir mit den Aufnahmen begonnen, weil wir am 30. September das fertige Album, also die Songs und das Layout, bei unserem Label abgeben mussten. Die Labels brauchen mindestens drei Monate Vorlaufzeit, um das zu bewerben, weil es auch an Printmedien geschickt wird, die nun viertel- oder halbjährlich erscheinen.

Wie ist die Entscheidung gefallen, zum Osnabrücker Label Timezone zu gehen? Was hattet ihr noch für Interessenten?

Patrick Schütte: Wir hatten auch noch Interessenten aus dem Ruhrgebiet. Aber Timezone war das sympathischste Label. Wir haben uns mit den Besitzern getroffen und auf Anhieb verstanden. Wir waren direkt auf einer Wellenlänge. Wir sind da rausgegangen und haben gesagt: Ja, das ist es auf jeden Fall.

Erwin Holm: Qualitativ sind die Jungs wirklich super. Die sind immer verfügbar und knien sich auch total rein. Bei den großen drei Labels Sony, Universal und Warner Music ist quasi alles unter Vertrag, was im Radio läuft. Klar ist es supercool, wenn man bei einem der drei Labels unter Vertrag ist, aber das ist als kleiner, unbekannter Künstler relativ schwierig. Da läuft man dann aber auch Gefahr, als Karteileiche zu enden. Bei Timezone ist alles sehr persönlich, die stecken da auch Arbeit rein.

Hat das Label euch bei den Aufnahmen reingeredet?

Erwin Holm: Nee, gar nicht. Die haben uns komplett freie Hand gelassen.

Wie arbeitet ihr zusammen? Wer komponiert, wer schreibt die Texte?

Erwin Holm: Mal so, mal so. Ich schreibe die Texte, weil ich der Sänger bin. Ich muss es ja auch emotional rüberbringen.

Patrick Schütte: Und ich habe ein Riff auf der Gitarre oder eine Melodie. Wir treffen uns zum Proben, spielen irgendwas und dann geht es meistens sehr schnell.

Wie oft spielt ihr zusammen?

Patrick Schütte: Ich pendle und fahre jedes Wochenende von Osnabrück nach Hause nach Surwold. Weil wir das Album aufgenommen haben, proben wir nicht mehr, aber wir spielen Konzerte. Vor Kurzem waren wir in Dresden und Leipzig. Da kennt uns zwar noch keiner, aber es war gut. Wir treten in Bars oder Konzertveranstaltungsorten auf, die ein etabliertes Musikprogramm haben, wo also auch Publikum da ist. Wir hatten einen sehr stressigen Sommer, das ging alles sehr rasant. Ab November/Dezember haben wir wieder mehr Zeit, dann wollen wir uns wieder hinsetzen und in Ruhe Songs schreiben.

Wann wird das Album erscheinen?

Erwin Holm: Am 20. Januar 2017. Dann spielen wir auch das Release-Konzert im Steffens in Neulehe, dort haben wir schon einen kleinen Fankreis. Und direkt danach gehen wir auf Deutschlandtour, 13 Termine sind schon fix.

Auf eurem Album ist mehr zu hören als Gitarre und Gesang. Habt ihr mit Gastmusikern gearbeitet?

Patrick Schütte: Ich hab die Instrumente eingespielt, den Bass zum Beispiel und das Klavier. Das Schlagzeug hat unser Ko-Produzent Jörg Seemann gespielt. Und bei dem Song „Dreams“ hat die Schola Surwold, ein Frauenchor, mitgewirkt. Es steht jetzt zur Debatte, dass wir uns öfter Musiker dazu holen. Demnächst nehmen wir einen Bassisten dazu, im November proben wir mit Band.

Erwin Holm: Eventuell wollen wir unser Album-Release-Konzert dann auch mit Band spielen. Da müssen wir mal schauen, wie das funktioniert, das haben wir bis jetzt noch nie gemacht. Bis jetzt spielen wir alle Konzerte komplett akustisch. Wir haben unsere Songs auch so geschrieben, dass sie nur mit Gitarre und Gesang gut klingen. Aber auf CD ist es alles ein bisschen fetter.

Denkt ihr manchmal darüber nach, euch als Band zu vergrößern?

Patrick Schütte: Es ist schwieriger, als große Band einen Auftritt zu bekommen, wenn man nicht etabliert ist. Deshalb haben wir gesagt, wir bleiben auf jeden Fall erst einmal zu zweit. Und wenn wir uns jemanden dazu holen, dann wird es „Dry Dudes und Band“ heißen.

Welche Musik hört ihr privat?

Patrick Schütte: Ich mag Musik aus den 80ern, Michael Jackson, Queen, Guns N´Roses. Ich höre gar nicht, was heutzutage im Radio läuft. Ich bin sehr breit gefächert. Natürlich höre ich auch klassische Musik, weil ich ja klassische Gitarre studiere und auch in einem Kammerchor singe. Gestern habe ich Bach gesungen (lacht). Die Abwechslung ist das Schöne, das ist ein guter Mix.

Erwin Holm: Ich bin ein großer Ed Sheeran Fan. Seine Musik fasziniert mich immer Es gibt aber auch Tage, an denen ich total gegensätzliche Musik höre, zum Beispiel von AC/DC. Querbeet, das hängt immer von meiner Laune ab.

Wenn es mit der Musik beruflich nicht klappt, gibt es einen Plan B?

Patrick Schütte: Ich habe einen Job, ich arbeite ab 1. Januar bei der Musikschule des Emslandes als Gitarrenlehrer. Das ist öffentlicher Dienst, ich bin also abgesichert.

Erwin Holm: Wenn es mit der Musik nicht klappen sollte, kann ich jederzeit in meinen alten Beruf zurückkehren und mein altes Leben wieder führen. Aber ich hoffe natürlich, dass es dazu nicht kommen wird.

Es geht also zurück ins Emsland. Was bedeutet euch Heimat?

Patrick Schütte: Man fühlt sich seiner Heimat schon sehr verbunden. Man fühlt sich dort wohl, weil man jeden kennt. Und man wird von jedem gekannt. Das gefällt mir und Erwin auch. Die Leute sind alle sehr freundlich, sehr offen. Und wir erhalten sehr viel Unterstützung aus dem Emsland.

Was für ein Publikum kommt zu euren Konzerten?

Erwin Holm: Älter als eigentlich gedacht (lacht). Wir erhalten sehr viel Zuspruch aus der Gruppe 30 bis 55, das hat uns sehr überrascht, unsere Musik kommt da sehr gut an. Aber das gefällt uns auch.

Eine Frage noch zu eurem aktuellen Video für „Runaway“. Im Abspann ist ein Dackel zu sehen, wem gehört der?

Patrick Schütte: (lacht) Der gehört irgendeinem Typen, wir wissen leider nicht, wie der heißt. Als wir das Video gedreht haben, in Detmold und Tecklenburg, war er zufällig mit seinem Hund auf der Wiese, wo wir auch einige Szenen gemacht haben. Und der Regisseur hat gesagt, es wäre doch ein witziger Abspann, wenn Erwin da lang rennt und vom Hund verfolgt wird. Als i-Tüpfelchen, wie wir das schon bei „That Was Love“ hatten.

Also wenn der Hundebesitzer mal zum Konzert kommt…

Erwin Holm: … dann kriegt er auf jeden Fall Backstage-Karten!



Die „Dry Dudes“ sind Erwin Holm (21) aus Esterwegen und Patrick Schütte (23) aus Surwold. Holm konzentriert sich derzeit ganz auf die Musik, Schütte studiert an der Musikhochschule Osnabrück im Hauptfach Konzertgitarre. Aufhorchen ließ das Akustik-Pop-Duo, das erst seit Juni 2015 zusammen Musik macht, mit dem Lied „That Was Love“: Mehr als 45.000 Mal wurde das Video bei Facebook aufgerufen. Mit „Runaway“ gibt es nun das zweite Video, zudem ist das erste Album eingespielt. Am 20. Januar 2017 wird „Fairytale“ erscheinen.

Bis dahin werden die beiden Emsländer noch einige Konzerte geben. Zu hören und sehen sind sie auch beim 1. Emsland Hate Slam: Am 1. November lesen Redakteure von Lingener und Meppener Tagespost sowie der Ems-Zeitung in der Halle IV in Lingen böse Leserbriefe vor. Und damit der Abend nicht nur von Zorn und Wut geprägt ist, sorgen die beiden Musiker für Auflockerung – und Flausch.

Karten gibt es im Vorverkauf in allen Geschäftsstellen der NOZ und ihrer Regionalausgaben sowie unter noz.de/tickets. Sie kosten im Vorverkauf fünf Euro, an der Abendkasse acht Euro. Gegen Vorlage eines gültigen Studentenausweises oder mit der EL-CARD gibt es jeweils einen Euro Rabatt.

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