100 Neueinstellungen geplant Papenburg: Bunte-Auftragsbücher voll wie nie

Zum Großauftrag gratulierte Bernd Busemann (Zweiter von rechts) den Bunte-Geschäftsführern Ralf Hafner, Helmut Renze, Manfred Wendt und Jan Schütz (von links). Foto: Gerd SchadeZum Großauftrag gratulierte Bernd Busemann (Zweiter von rechts) den Bunte-Geschäftsführern Ralf Hafner, Helmut Renze, Manfred Wendt und Jan Schütz (von links). Foto: Gerd Schade

Papenburg. So voll waren die Auftragsbücher des Papenburger Bauunternehmens Johann Bunte noch nie: Der Zuschlag für den Ausbau der A 6 bei Heilbronn katapultiert das aktuelle Gesamtauftragsvolumen der Firma auf rund 850 Millionen Euro.

Für den jüngsten Großauftrag will das Unternehmen nicht nur etwa 100 neue Mitarbeiter einstellen, sondern ihn auch als Anker nutzen, um sich für weitere Großprojekte in Süddeutschland dauerhaft zu etablieren. Dazu plant die Bunte-Geschäftsführung zwei neue Niederlassungen – eine im Stuttgarter Raum und eine im Großraum München. Bei Berlin sowie in Mecklenburg-Vorpommern setzt Bunte unterdessen aktuell zwei weitere Großprojekte mit Pilotcharakter um.

Auch in der Region tätig bleiben

Wie der geschäftsführende Gesellschafter der Johann Bunte Bauunternehmung, Manfred Wendt, bei einem Pressegespräch am Wochenende weiter erklärte, werde das Unternehmen mit seinen derzeit rund 1600 Mitarbeitern gleichwohl darauf achten, auch weiterhin in der Region seines Stammsitzes tätig zu bleiben. Den Bunte-Anteil am Bauvolumen für den durchgehend sechsspurigen Ausbau der A 6 bezifferte er auf rund 300 Millionen Euro. Das ist die Hälfte der Kosten für die Bauarbeiten, die ab 2017 zwischen der Anschlussstelle Wiesloch/Rauenberg und dem Autobahnkreuz Weinsberg in Baden-Württemberg in Angriff genommen werden sollen.

Teil eines Konsortiums mit Hochtief

Den Zuschlag für das Mammutprojekt mit einem Gesamtfinanzierungsvolumen von 1,3 Milliarden Euro hatte Bunte als Teil eines Konsortiums mit dem Essener Baukonzern Hochtief erhalten. Besiegelt wurde es im Rahmen einer öffentlich-privaten Partnerschaft (ÖPP). Es umfasst zum Einen den sechsspurigen Ausbau der A 6 auf einer Länge von 25,5 Kilometern in mehreren Abschnitten (ein Teil der A 6 ist bereits sechsspurig ausgebaut) bei laufendem Verkehr. Dazu gehört aber auch der dauerhafte Erhalt und Betrieb des kompletten Autobahnabschnitts zwischen Wiesloch und Weinsberg (47,2 Kilometer). Der Vertrag läuft bis 2046. Größte Einzelherausforderung ist der Neubau der Talbrücke über den Neckar auf einer Länge von 1,3 Kilometern. Allein deren Bau ist mit rund 100 Millionen Euro veranschlagt.

Nicht aus der Planungsschiene rutschen

Die Zeit drängt. Bis zur Bundesgartenschau in Heilbronn im Jahr 2019 muss die Brücke zunächst noch provisorisch bereits sechsspurig passierbar sein. „Es darf also nicht passieren, dass wir auf der Terminschiene irgendwo herausrutschen. Das gilt schon für die Planung“, betonte Ralf Hafner, jüngstes Neu-Mitglied in der vierköpfigen Bunte-Geschäftsführung. Hafner trat die Nachfolge von Bernhard Hebbelmann an. „Das wird eine spannende Aufgabe, sie ist aber auch leistbar“, sagte Hafner. Vor dem Hintergrund der aus Sicht des Unternehmens positiven Erfahrungen des Ausbaus der A 1 zwischen Hamburg und Bremen – ebenfalls ein ÖPP-Projekt – „wissen wir, auf was wir uns einlassen“. Dort agierte Hafner seinerzeit als Projektleiter.

Busemann gratuliert

Für die A 6 wolle man dem Regierungspräsidium in Stuttgart bereits bis zu 600 Planpakete übergeben. „Das zeigt, dass man die nicht erst mit dem Zuschlag aufnehmen kann“, so Hafner. In den Hochphasen der Bauarbeiten auf der A 6, die im Sommer 2022 abgeschlossen sein sollen, werden nach seinen Worten bis zu 400 Menschen beschäftigt sein.

Der niedersächsische Landtagspräsident Bernd Busemann gratulierte Bunte zum Großauftrag. „Ich bin beeindruckt und auch stolz, dass ein heimisches Unternehmen bundesweit unterwegs ist, wenn es um solche Projekte geht. Alle Achtung!“, sagte der CDU-Politiker aus Dörpen. Ob Straßen-, Brücken- oder Schleusenbau – „Bunte mischt bundesweit in der ersten Liga mit“. Das Modell ÖPP, das in der von den Grünen geführten Landesregierung in Baden-Württemberg durchaus kritisch gesehen wird, bewertet Busemann als ein bewährtes Verfahren, wenn es um die Finanzierung von Großprojekten geht. Und bei Straßen, Wasserstraßen und Krankenhäusern bestünde bundesweit ein enormer Sanierungsbedarf.

Zwei weitere Großprojekte

Bunte-Geschäftsführer Helmut Renze lenkte den Blick auf zwei weitere Großprojekte. Zum Einen ist das Unternehmen in den beschleunigten Ausbau (acht Spuren) des südlichen Rings der A 10 bei Berlin eingestiegen. Wie Renze ausführte, sollen die Arbeiten statt der in bislang viereinhalb Jahre veranschlagten Bauzeit in zwei Jahren erledigt sein. Das Bauvolumen umfasst rund 70 Millionen Euro.

Das zweite Projekt betrifft den Neubau der knapp 1,4 Kilometer langen Petersdorfer Brücke im Zuge der A 19 zwischen Berlin und der Ostsee in Mecklenburg-Vorpommern. Dieses Projekt kostet 35 Millionen Euro und soll Renze zufolge bis 2019 abgeschlossen sein.


1 Kommentar