EZ-Serie „Der Rote Faden“ Harald Olthaus aus Lehe lebt Kreativität im Handwerk aus

Von Jennifer Kemker


Lehe Als gelernter Koch zieht sich die Kreativität von Harald Olthaus aus Lehe, der heute als Trockenbauer arbeitet, immer noch wie ein roter Faden durch sein Leben. Er baut und fertigt gerne Dinge, die dauerhaft für die Menschen zu sehen sind.

Geboren ist Harald Olthaus 1968 in Dersum. Aufgewachsen ist der 48-Jährige mit sechs Geschwistern. Heute wohnt er mit seinen beiden Kindern und seiner Frau Ulrike in Lehe. „Wir sind damals schon zusammen zur Schule gegangen und seit dem eigentlich zusammen“, sagt er. Im Dezember wird das Paar silberne Hochzeit feiern.

Zunächst hat Olthaus eine Ausbildung zum Koch gemacht und lange in diesem Beruf gearbeitet. Die Arbeit habe ihm immer viel Spaß gemacht aber „die Kreativität, die sich im Essen widerspiegelte war einfach nicht so langlebig“. Man habe das Ergebnis zwar auf dem Teller gesehen und konnte sich daran erfreuen, aber danach war es nicht mehr greifbar. „Ich wollte Dinge schaffen, die sich Menschen auch noch in einigen Jahren ansehen und daran erfreuen können.“

Einige Jahre als Tischler tätig

Der Wechsel ist die Trockenbau-Branche passierte nach seinen Worten eher spontan, nachdem er schon ein paar Jahre als Tischler tätig war. „Ich bin kein Mensch, der den ganzen Tag am Schreibtisch sitzen kann“, so Olthaus. „Ich habe immer schon zu Hause oder für Freunde nebenbei gebastelt und gebaut.“ Also hatte sich der 48-Jährige vor rund 15 Jahren entschlossen, ins kalte Wasser zu springen und sich selbstständig zu machen. Natürlich gäbe es auch andere Berufe, mit denen man kreatives Arbeiten in Verbindung bringen kann. Der Beruf des Trockenbauers bietet dem 48-Jährigen aber genau den Spielraum, den er nach eigenen Worten in seinem vorherigen Job vermisst hatte.

Der erste große Auftrag führte Olthaus nach Holland. Dort sollte aus einem alten Kino eine Diskothek gebaut werden. Er und seine Mitarbeiter waren dafür zuständig, einen Schallschutz zu bauen, um die 110 Dezibel von den umliegenden Wohnhäusern fernzuhalten. „Die Herausforderung machte sich erst deutlich, als wir die drei riesengroßen Kinosäle gesehen haben“, erinnert sich Olthaus. Bei einem Raum sei sogar die Decke eingestürzt gewesen. „Wir haben die Herausforderung angenommen und am Ende hat alles super geklappt.“

Betraum gestaltet

Dann kam ein Bestattungsunternehmen auf Harald Olthaus zu. Bei Umbauarbeiten in Aschendorf sollte der Trockenbauer nicht nur die Wände setzen, sondern auch einen Betraum gestalten. „Zunächst musste ich mir einige Gedanken machen, wie so ein Betraum aussehen soll“, erinnert sich der 48-Jährige. Schließlich hatte er sich unter anderem dafür entschieden, den großen Raum mit Gewölbedecken auszustatten, um eine Atmosphäre, wie in einer Kirche zu erzeugen. „Wenn sich Menschen noch einmal von einem verstorbenen geliebten Menschen verabschieden wollen oder noch einmal beten wollen, ist das, glaube ich eine sehr gute Umgebung dafür“, sagt Olthaus.

In seinem Alltag ist es aber nicht immer üblich, so kreativ zu sein, wie er es in Aschendorf ausleben konnte. Den Überschuss an Kreativität „verarbeitet“ er dann zu Hause. Vor rund einem Jahr habe er sich dazu entschieden, alleine in der Trockenbaubranche weiter zu arbeiten. Jetzt sei es an der Zeit ein bisschen ruhiger zu werden und die Zeit mit der Familie zu genießen und auch im heimischen Garten weiter zu werkeln.


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