„Ausbilder Schmidt“ bleibt an Bord Papenburger Lachbus fährt 2017 weiter

Von Dirk Hellmers

Stadtführung mit Zwerchfellattacke: In Papenburg werden die Lachbus-Touren mit dem Komiker Holger Müller (hier bei einem Zwischenstopp an der Seeschleuse) 2017 fortgesetzt. Foto: Dirk HellmersStadtführung mit Zwerchfellattacke: In Papenburg werden die Lachbus-Touren mit dem Komiker Holger Müller (hier bei einem Zwischenstopp an der Seeschleuse) 2017 fortgesetzt. Foto: Dirk Hellmers

dhe Papenburg. Fortsetzung folgt: Der als Ausbilder Schmidt bekannte Komiker wird auch 2017 unter seinem echten Namen Holger Müller Stadtführungen der lustigen Art durch Papenburg unternehmen. In seiner ersten Lachbus-Tour-Saison hat Müller mehr als 300 Einheimische und Touristen durch die Stadt geführt.

„Er fühlt sich immer wohler in der Rolle“, hat Roland Averdung von der Papenburger Marketing GmbH (PMG) beobachtet. Der Eventmanager hatte eine der Touren von Müller auf der Krummhörn besucht und ihn nach Papenburg gelockt. Im ersten Jahr gab es insgesamt sieben der knapp zweistündigen Touren – die letzte am Donnerstag. Neben fünf öffentlichen Führungen kann die Veranstaltung auch für Gruppen ab 40 Personen gebucht werden. Start und Ziel bildet jeweils die Brigg Friederike. Dort lässt Müller dann auch für 30 Minuten sein Alter Ego „Ausbilder Schmidt“ auf die Gäste los. „Ein Unsympath in Uniform“, wie der 47-Jährige selbst sagt.

Im Bus gibt es die freundlichere Variante, nämlich Müller pur. „Wir sind hier in der nördlichsten Stadt im Emsland und viele meinen, das ist schon Ostfriesland“, startet der Komiker sein Programm auf dem Weg in Richtung Alte Werft und Seeschleuse. „Papenburg ist ziemlich schwarz. Die CDU hat hier einmal den Weihnachtsmann aufgestellt und der ist Bürgermeister geworden“, witzelt Müller. „Die Leute wollen Papenburg erfahren und nicht studieren“, erklärte er im Anschluss sein Konzept. Ein Thema, dass sich wie ein roter Faden durch seine Tour zieht, ist die Kolonisierung des Moores.

Der erste Halt dreht sich allerdings um ein anderes großes Thema: die Meyer Werft. An der Seeschleuse erklärt Müller, dass es in Papenburg einst mehr als 20 Werften gab und nur Kreuzfahrtschiffbauer überlebt haben. Die zweite Station ist im Moor, zumindest ein kleines Stück davon unmittelbar an der Johann-Bunte-Straße. Dort geht es um den Torfabbau. Wie es dazu und zu den vielen Kanälen kam, wird auf dem Weg dahin erklärt. „Papenburg ist das Venedig des Nordens – wegen der Kanäle und nicht wegen der Mentalität“, so Müller.

Einen kleinen Stau verursacht der Bus auf Höhe der Von-Velen-Anlage. Im Schritttempo erläutert der Scout nicht nur die unterschiedlichen Bauweisen der Häuser im Freilichtmuseum, sondern fügt hinzu, dass die Figur „Jan treck an“ heute wohl „Schakeline zieh“ heißen würde, da Frauen die Torfschiffe ziehen müssten. Witze und Anekdoten präsentiert Müller im Minutentakt. „Die Mischung macht es“, ist der Komiker überzeugt. Sein Motto: „Drehbuch vor Information“. Und die Nachfrage sei da, sagt Müller.

Das bestätigt auch Averdung. „Wir haben meist nach den Touren direkt Anfragen für Karten.“ Daher gehe er von vielen Empfehlungen aus. Im Jahr 2017 sind die Fahrten für den 18. April, 8. Juni, 2. August, 19. September und 24. Oktober geplant. Karten kosten bei der PMG jeweils 26 Euro. „Da haben wir etwas Besonderes“, vergleicht Averdung Müllers Touren mit üblichen Rundfahrten. Und auch der Komiker freut sich auf die nächste Saison: „Papenburg ist eine außergewöhnliche Stadt.“ Anfragen habe er auch von anderen Tourismusregionen, aber er bleibe erst einmal der Fehnstadt treu, verspricht er.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN