Verkehrschaos rund um die Ems „Genting Dream“ auf dem Weg zur Nordsee

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Papenburg. Die „Genting Dream“, das neueste Kreuzfahrtschiff der Papenburger Meyer Werft hat seine Emsüberführung in Richtung Nordsee angetreten. Eine gute halbe Stunde früher als geplant begann das Manöver am Sonntagnachmittag mit der Passage der Dockschleuse.

Bei spätsommerlichen Bedingungen fanden sich auf den Deichen entlang der Ems mehrere Tausend Schaulustige ein, um die Passage der 335 Meter langen und 39,7 Meter breiten „Genting Dream“ zu verfolgen. Auf den Straßen rund um Papenburg und entlang der Ems kam der Verkehr zwischenzeitlich zum Erliegen.

Verantwortlich für das Manöver, bei dem das Kreuzfahrtschiff rückwärts, von zwei Schleppern begleitet, über die Ems geschleppt wurde, war die Lotsenbrüderschaft Emden und Federführung von Werftkapitän Wolfgang Thos. Mit rund sieben Kilometer pro Stunde manövrierte das Team den Ozeanriesen, der Platz für 3360 Passagiere bietet. Auf der Meyer Werft zeigte sich Werftsprecher Günther Kolbe auf Nachfrage unserer Redaktion „sehr zufrieden“ mit den guten Witterungsbedingungen und nur schwachen Winden. „Konstanter Wind von dieser Stärke ist nicht so schlimm. Was uns bei so einem Manöver nur schadet sind stärkere Windböen“, so Kolbe.

Liveticker der Überführung zum Nachlesen

Das gute Sonntagswetter nutzten mehrere Tausend Schaulustige am Werfthafenbecken und auf den Deichen, um die Passage der „Genting Dream“ zu beobachten. Aus Ladbergen bei Münster waren Thorsten und Nicole Barndt mit ihren Söhnen Luka und Nico nach Papenburg gekommen. „Wir sind zum ersten Mal hier, haben davon gelesen und den Sonntag genutzt“, so Thorsten Bandt. Das Schiff sei sehr imposant, eine Kreuzfahrt sei aber eher nicht für sie, erklärte Nicole Barndt. „Höchstens eine Nacht an Bord im Hafen.“

Inzwischen Stammgast an der Ems ist nach eigenen Angaben Stefan Reichenbecher aus Gelsenkirchen. „Ich habe fast kein Schiff verpasst“, erklärt er. Gemeinsam mit seinem Bekannten Michael Dolle hatte sich Reichenbecher einen Platz direkt am Emsufer mit Blick auf die Dockschleuse gesichert. Ausgerüstet mit Gummistiefeln war auch das immer wieder aufschwappende bräunliche Emswasser kein Problem. Reichenbecher richtete immer wieder sein Kameraobjektiv auf den bunt bemalten Rumpf der „Genting Dream“. Eigentlich möge er es lieber, wenn die Schiffe in der Woche oder spätabends Papenburg verlassen. „Dann ist hier weniger los“, so der Westfale. „Fantastisch anzusehen“, fand Franz-Josef Hüls aus Alfhausen den Ozeanriesen. Mit seiner Frau Maria begleitete er ab Papenburg das Schiff mit dem Fahrrad am Emsufer. Das stellte sich auch für viele Schaulustige als das geeignetste Fortbewegungsmittel heraus. Der Verkehr brach auf den Zufahrtsstraßen zeitweise zusammen. Staus und stockender Verkehr auf der Rheiderlandstraße in beiden Fahrtrichtungen war die Folge. Zwischen Völlen und Ihrhove richtete die Polizei die Straße entlang der Ems kurzerhand als Einbahnstraße ein. Der Grund dafür waren an beiden Straßenseiten geparkte Autos. Als „besonders dreist“ bezeichnete ein Polizeisprecher, dass Parkverbotsschilder einfach aus der Erde gezogen und in den Hammrich geworfen wurden.


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