Nach Todesfall im Freundeskreis Helpful will Kinderhospiz in Papenburg bauen

Von Dirk Hellmers

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Einen Kinderhospiz-Verein in Papenburg wollen (von links) Bernd Hinrichs, Stefanie Nee, Petra Post und Hermann Vierdag gründen. Foto: Dirk HellmersEinen Kinderhospiz-Verein in Papenburg wollen (von links) Bernd Hinrichs, Stefanie Nee, Petra Post und Hermann Vierdag gründen. Foto: Dirk Hellmers

dhe Papenburg. Der gute Wille ist da, der Plan steht, nur die Eintragung in das Vereinsregister fehlt noch: Die Interessengemeinschaft Helpful will in den kommenden zehn Jahren ein Kinderhospiz in Papenburg bauen. Hinter dem ambitionierten Ziel steckt eine tragische Geschichte im Freundeskreis von Initiatorin Stefanie Nee.

„Bei Freunden von uns war das Kind betroffen“, berichtet Nee. „Das Kind war schwer erkrankt.“ Für die Eltern begannen neben der eigentlichen Situation etliche weitere Probleme. Fragen, wie sie von der Arbeit freigestellt werden können, wie sie dem zweiten Kind gerecht werden und die hohe Kilometerzahl zum nächsten auf Kinder spezialisierten Hospiz – Löwenherz in Syke bei Bremen – würden die Eltern an die Belastungsgrenze bringen. „Als Freunde versucht man zu helfen“, sagt Nee. Viel aber hätte sie den Eltern nicht abnehmen können. „Man kann ihnen nur zur Seite stehen und das Bestmögliche versuchen.“ Das sei vor allem Zuhören und mal die eine oder andere Erledigung übernehmen. „Ich habe gedacht, wir müssen irgendwas machen.“

Zunächst viele Erlöse für Hospiz-Organisationen gesammelt

Auch nach dem Tod des zweijährigen Kindes blieb sie bei dem Vorhaben. Mit ihrem Mann ging sie von Flohmarkt zu Flohmarkt. Dinge verkaufen und die Erlöse direkt weiter an Hospiz-Organisationen spenden. Wie viel in den eineinhalb Jahren zusammengekommen ist, weiß sie nicht mehr. „Wir haben das immer direkt weitergeben.“

Verein ist bereits formal gegründet

Heute, zwei Jahre nach dem Start, ist das Projekt gewachsen. Acht Mitstreiter hat Nee bereits gefunden. „50.000 Kinder sterben jedes Jahr“, sagt Gabriele Hinrichs. Das wären auf die Region umgerechnet sieben, erklärt sie ihre Motivation in dem Verein mitzuarbeiten, auf den sie durch ihren Ehemann Bernd Hinrichs aufmerksam wurde. Er hat von dem Vorhaben bei Hermann Vierdag, einem Geschäftspartner sowie Freund von Nee, erfahren. Formal gegründet wurde der Verein „Helpful“ bereits. Die Satzung liege beim Notar. „Wir wollen hier etwas aufbauen“, erklärt die Papenburgerin. Für betroffene Eltern sei jeder gefahrene Kilometer einer zu viel. In absehbarer Zeit soll ein ambulanter Hospiz-Dienst entstehen. In zehn Jahren solle dann ein eigenes Gebäude für die stationäre Behandlung errichtet werden.

Netzwerke mit anderen Hospiz-Gruppen geplant

In den kommenden Wochen will die Gruppe mehr in Erscheinung treten. „Wir wollen ein Netzwerk aufbauen“, erklärt Nee. Das schließe auch thematisch ähnliche Gruppen mit ein. „Wir wollen keine Konkurrenz sein“, betont die Papenburgerin. Es gehe ausschließlich darum, betroffenen Familien zu helfen. Unterstützung soll auch in der Bevölkerung gesucht werden. Dafür hat Petra Post mit ihrer Werbeagentur einen Stand, Plakate, Flyer und die Webseite erstellt. „In den letzten zwei Wochen ist viel passiert“, findet Nee.

Bereits Spendenzusagen aus der Wirtschaft

So soll es weiter gehen: Sobald der Verein ins Register eingetragen ist, soll er wachsen. Bis dahin können sich Interessierte unverbindlich melden. Ab der Eintragung sollen auch Spenden gesammelt werden. „Wir haben schon Zusagen aus der Wirtschaft“, erklärt Bernd Hinrichs, ohne Namen zu nennen. Aber auch Bürger sollen sich beteiligen können. Es soll sowohl möglich sein, für den Verein allgemein als auch direkt für den Bau des stationären Hospizes zu spenden. Das Wichtigste für Nee: „Wir wollen transparent sein.“ Ein Thema soll laut Hinrichs auch letzte Wünsche sein. Helpful hat viel vor. „Es kann jeden treffen“, begründet Nee.

Weitere Informationen im Internet unter www.helpful-ev.de .


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