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11.08.2016, 19:20 Uhr KOMMENTAR

Meyer Werft: Vergleich teuer erkauft

Kommentar von Hermann Hinrichs

Mit der Trennung von Ibrahim Ergin und der Meyer Werft ist in dem Unternehmen die Hoffnung auf ruhiger Zeiten wieder eingekehrt. Foto: Ingo Wagner/dpaMit der Trennung von Ibrahim Ergin und der Meyer Werft ist in dem Unternehmen die Hoffnung auf ruhiger Zeiten wieder eingekehrt. Foto: Ingo Wagner/dpa

Papenburg. Die Geschäftsführung der Meyer Werft und der Betriebsratsvorsitzende Ibrahim Ergin haben sich auf ein Vergleich geeinigt. Damit endete die arbeitsrechtliche Auseinadersetzung. Ein Kommentar.

Der bei der Geschäftsführung der Meyer Werft in Ungnade gefallene Betriebsratschef Ibrahim Ergin hat eine beeindruckende Standhaftigkeit an den Tag gelegt.

Doch der Druck lastete zuletzt nicht mehr nur „von oben“ auf ihm. Auch einige seiner Weggefährten hatten sich zwischenzeitlich von ihm abgewandt und mit einer Unterschriftenliste massiv gegen ihn opponiert. Eine bröckelnde Hausmacht im Betriebsrat, schlaflose Nächte, sich ständig im Kreis drehende Gedanken und die Familie, die mitleidet – das alles war offenbar zu viel geworden. Der nun erfolgte Vergleich ist logisch, aber auch teuer erkauft.

Ergin macht durch sein Ausscheiden aus dem Unternehmen zugleich den Weg dafür frei, dass die Geschäftsführung und der Betriebsrat wieder aufeinander zugehen können. Gleichwohl wird ein echter Neuanfang wohl nur gelingen, wenn der amtierende Betriebsrat den Weg für Neuwahlen frei macht – zu viel Porzellan ist in den vergangenen Monaten zerschlagen worden. Nur ein starker und einiger Betriebsrat kann für die Arbeitnehmer das Maximum durchsetzen.

Die große Stärke der Werft war es immer, dass früher Belegschaft und Geschäftsführung gerade bei den zukunftsweisenden Projekten wie Emsvertiefung und Sperrwerk geschlossen an einem Strang gezogen haben.


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