15 Millionen Euro Gewinn Papenburg: Meyer Turku schreibt schwarze Zahlen

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In sicherem Fahrwasser befindet sich die Werft Meyer Turku. Das Unternehmen hat gut gefüllte Auftragsbücher, unter anderem mit weiteren Schiffen für Tui Cruises. Foto: Christoph AssiesIn sicherem Fahrwasser befindet sich die Werft Meyer Turku. Das Unternehmen hat gut gefüllte Auftragsbücher, unter anderem mit weiteren Schiffen für Tui Cruises. Foto: Christoph Assies

Papenburg/Turku. Gut ein Jahr nach der vollständigen Übernahme der Werft in Turku durch die Meyer Werft in Papenburg schreibt der finnische Schiffbaustandort erstmals wieder schwarze Zahlen.

Der geprüfte Jahresabschluss für das Jahr 2015 weist nach Angaben der Werft 15,1 Millionen Euro Gewinn aus. Der Umsatz betrug demnach knapp 594 Millionen Euro. Werftchef Jan Meyer zeigte sich einer Mitteilung des Unternehmens zufolge „sehr erfreut“ über „frühe Anzeichen für einen Turnaround“. Das Ergebnis sei hilfreich, um zu zeigen, dass auch in Turku auf nachhaltige Weise Schiffe gebaut werden können.

Das Ergebnis bestätigt eine Prognose Meyers von Februar. Seinerzeit hatte der Sohn des Papenburger Werftchefs Bernard Meyer prophezeit, dass das Unternehmen nach sieben Jahren der Verluste jetzt am Wendepunkt angelangt sei und das Jahr 2015 mit einem Gewinn abschließen werde. Das ermögliche es der Werft, die Banken für die Finanzierung weiterer Investitionen zu gewinnen.

Im Frühjahr hatte Meyer Turku angekündigt, 17 Millionen Euro in die Kabinenfabrik Piikkio Works Oy in Piikkiö zu investieren. Als erster Schritt von mehreren Großinvestitionen auf der Werft gilt die Anschaffung eines neuen Portalkranes für 30 Millionen Euro . Der Kran mit einer Tragfähigkeit von 1200 Tonnen soll im Frühjahr 2018 einsatzbereit sein. Auf der Werft sind derzeit rund 1500 Menschen beschäftigt.

Im September 2014 hatte die Papenburger Meyer Werft zunächst 70 Prozent der Anteile des Unternehmens von dem finanziell angeschlagenen STX-Konzern (Südkorea) übernommen. Im Frühjahr 2015 wurde die Werft komplett Eigentümerin . Die übrigen 30 Prozent waren zwischenzeitlich in die Hände der finnischen Staatsregierung übergegangen.

Die Auftragsbücher sind für die kommenden Jahre gut gefüllt. Für die italienische Kreuzfahrtreederei Costa Crociere baut Meyer Turku in den Jahren 2019 und 2020 zwei Kreuzfahrtschiffe für jeweils 6600 Gäste, die mit Flüssigerdgas (LNG) betrieben werden. Die beiden Ozeanriesen wären bei ihrer Fertigstellung die Schiffe mit der weltweit größten Fahrgastkapazität.

Zuletzt hatte die Werft in Finnland den Luxusliner „Mein Schiff 5“ für die Hamburger Reederei Tui Cruises abgeliefert. Getauft wurde es von der Sängerin Lena Meyer-Landrut in der Lübecker Bucht vor Travemünde. Das 295 Meter lange Schiff bietet mehr als 2500 Passagieren Platz.

Außer der „Mein Schiff 5“ entstehen in Turku bis 2019 noch drei weitere Schwesterschiffe . Im nächsten Jahr liefert die Werft die LNG-Fähre „Tallink Megastar“ für die estnische Reederei Tallink aus.


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