Gelungene Uraufführung „Der Koffermacher“ feiert Film-Premiere in Papenburg


htw Papenburg. Der in Bourtange und Leer gedrehte Kurzfilm „Der Koffermacher“ des Harener Regisseurs Herbert Fehrmann ist im Papenburger Kino uraufgeführt worden. In dem Streifen geht es um einen jüdischen Jungen, der von einem Koffermacher vor der Deportation in ein Konzentrationslager gerettet wird. Die Geschichte soll ein Zeichen gegen Ausgrenzung und Diffamierung setzen.

Bei der Premiere des Fehrmann-Films waren viele der Darsteller mit Familienangehörigen anwesend. Die Begeisterung, welche sich auch in lang anhaltendem Applaus nach Ende des 20-minütigen Films widerspiegelte, stand den Anwesenden deutlich ins Gesicht geschrieben. Der Kurzfilm, welcher mit einem Budget von nur 5000 Euro gedreht wurde, war in zwei Kinosälen zu sehen.

Trotz des geringen Budgets hatte es Fehrmann geschafft, den aus zahlreichen Filmen bekannten Schauspieler Ralph Herforth zu verpflichten, den er vor einiger Zeit bei der Berlinale kennengelernt hatte. Der Großteil der Rollen wurde mit Laiendarstellern aus der Region besetzt.

Außerdem war es dem Harener gelungen, eine authentische Kulisse mit Fahrzeugen aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs zu schaffen, welche sonst nur in Hollywood-Blockbustern wie „Inglorious Basterds“ von Regisseurgröße Quentin Tarantino zu sehen sind. Auf die Frage, wie man einen solchen Streifen mit so wenig Geld drehen könne, antwortet der Regisseur mit nur einem Wort: „Überredungskunst.“

Sieben Jahre Planung

Die Planungsarbeiten für seinen Film begannen vor sieben Jahren. In dieser Zeit habe er viele Leute von seiner Idee überzeugen müssen. Die großen Geldgeber blieben aus und so habe sich Fehrmann, der den Glauben an seine Idee nicht aufgeben wollte, dazu entschlossen, den Dreh selbst zu finanzieren.

Er habe hierbei erhebliche Unterstützung von vielen Seiten erfahren. Unter anderem spielten sowohl die Laiendarsteller als auch die Profischauspieler ohne Gage. Besonders bewegt sei Fehrmann von den Leistungen der Laiendarsteller gewesen. Er schwärmt davon, „wie sie brillierten“ und wie selbst die Experten der Produktionsfirma in Berlin, wo der Film geschnitten wurde, „mehrfach erzählten wie beeindruckt sie waren.“

An der Produktion des Films sei außerdem die Firma Pixomondo aus Frankfurt am Main beteiligt gewesen, die 2012 für den Film „Hugo“ den Oscar für die besten visuellen Effekte eingeheimst hatte. Die Firma hatte sich bereit erklärt, einen Effekt für Fehrmanns „Koffermacher“ zu produzieren.

Inspiration durch altes Foto

Der Harener habe sich bei seinem Film von einem alten Foto inspirieren lassen, welches er als Kind in einem Geschichtsbuch gesehen hatte. Das Foto zeigt den jungen Tsvi Nussbaum im Warschauer Ghetto, der unter Androhung von Waffengewalt der deutschen Besatzer die Hände in die Luft reißt. Der Junge hatte den Zweiten Weltkrieg überlebt und war später nach New York ausgewandert. Eine ähnliche Szene ist auch im Film zu sehen, in welchem der junge Protagonist Samuel, gespielt von Nathanael Jäger aus Emmeln, und seine Familie von Nazis mit Waffen bedroht werden.

Berliner Firma vertreibt den Film

Fehrmann habe nach eigenem Bekunden eine Absprache mit einer Filmvertriebsfirma in Berlin erreichen können. Die Firma werde seinen Streifen bei wichtigen internationalen Filmfestivals für ihn vertreiben. Hiesige Kinogänger müssen sich indes noch etwas gedulden.

Die Produktion soll im Emsland und in Ostfriesland kostenlos als Vorfilm in den regionalen Kinos gezeigt werden, sobald ein thematisch passender Hauptfilm in die Kinos kommt. Der Harener Regisseur erhofft sich vom „Koffermacher“ größere finanzielle Unterstützung in der Zukunft.

Durch den Vertrieb auf Filmfestivals könne er wertvolle Jurypunkte sammeln und Preise gewinnen, die potenzielle Förderer von seinem Talent überzeugen könnten. Zukünftig möchte sich Fehrmann auf Langspielfilme konzentrieren.


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