Meyer Werft erwartet Bauteile Reparatur der Papenburger Seeschleuse unter Zeitdruck

Von Christoph Assies


Papenburg. Die Reparaturarbeiten an der gerissenen Aufhängung des Außentores der Papenburger Seeschleuse laufen unter Hochdruck an. Der Zeitdruck ist hoch: Schon in zwei Wochen erwartet die Meyer Werft Bauteile für ihr nächstes Kreuzfahrtschiff.

Nachdem am Donnerstag bei Wartungsarbeiten die Aufhängung des Außentores abgerissen ist, soll am Wochenende das Außentor angehoben werden. Die Arbeiten zur Reparatur des Bauwerks gehen über das gesamte Wochenende, um die Schleuse für den Schiffsverkehr wieder passierbar zu machen.

Stadtsprecher Heiko Abbas sagte am Freitag auf Nachfrage unserer Redaktion, man arbeite mit Hochdruck daran, das Außentor wieder „gangbar zu machen“. Die Arbeit erledige die Firma, die ursprünglich die Wartungsarbeiten erledigen sollte, bei denen der Schaden am Donnerstag entstanden war. „Da wird jetzt am Wochenende durchgearbeitet und unser Ziel ist es, dass wir am Montag ein komplettes Schadensbild und damit auch mehr zu den Kosten der Reparatur sagen können“, so Abbas. Derzeit werde das Schleusentor eingerüstet und im Laufe des Wochenendes angehoben. Sollten für die Reparatur zusätzliche Arbeitskräfte benötigt werden, vermutet Abbas, dass das aufgrund der Urlaubszeit schwierig werden könnte.

Der Stadtsprecher ist sich über die Folgen des Schleusenausfalls für die Hafenwirtschaft im Klaren. „Wenn an einem Tag die Schleuse nicht passierbar ist, ächzen die Betriebe schon.“ Ursprünglich hätten sich die Unternehmen auf eine Sperrung von sieben Tagen für die Wartungsarbeiten eingestellt. „Der Druck ist nun auf allen Seiten. Wir müssen aber jetzt den Defekt vernünftig und gleichzeitig so schnell wie möglich und sicher beheben“, betonte Abbas. Die Stadt geht davon aus, dass die Schleuse bis zum 14. Juli gesperrt bleibt.

Die Papenburger Meyer Werft, ist wie alle anderen Hafenbetriebe von einer funktionierenden Seeschleuse abhängig. Der Zeitplan für den Bau der Kreuzfahrtschiffe ist eng gestrickt. Am 15. Juli erwarten die Schiffbauer das Dockschiff „Papenburg“ mit Blöcken für das im Bau befindliche Kreuzfahrtschiff „Norwegian Joy“ . Wenn der anvisierte Zeitplan für die Reparatur gehalten werden kann, kann die „Papenburg“ die Meyer Werft pünktlich anlaufen und die Teile abliefern. „Eine längere Verzögerung wäre ungünstig für die Bauabläufe auf der Werft“, sagte Unternehmenssprecher Günther Kolbe am Freitag auf Nachfrage unserer Redaktion.

Den großen Zeitdruck haben aber nicht alle Unternehmen. Yvonne De Filippi, Betriebsleiterin der Firma HRP Holzrecycling sagte auf Nachfrage unserer Redaktion, bisher gebe es durch den Schleusenausfall keine Beeinträchtigungen. „Sollte sich das Ganze aber bis August hinziehen, gibt es Probleme, weil wir dann wieder Schiffe mit Holzlieferungen erwarten“, so De Filippi.

Etwa 3500 Arbeitsplätze hängen Statistiken der Stadt zufolge vom Hafen und damit auch von einer funktionierenden Seeschleuse ab. Das Bauwerk wurde auf Fundamenten der Schleuse aus dem Jahr 1902 errichtet und 1962 und 1975 erweitert. Das Bauwerk soll im Jahr 2017 erneuert werden. Der erste Bauabschnitt kostet rund 20 Millionen Euro. Den Betrag teilen sich das Land Niedersachsen (8 Millionen Euro), sowie die Stadt Papenburg und der Landkreis Emsland (jeweils 6 Millionen Euro).