Schiffe können nicht mehr passieren Tor-Aufhängung von Papenburger Seeschleuse gerissen

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Papenburg. Wartungsarbeiten an der Papenburger Seeschleuse haben am Donnerstag offenbar zu einem erneuten Defekt des Bauwerks geführt. Wie die Stadtverwaltung am Nachmittag mitteilte, ist die hintere Aufhängung des äußeren Schleusentores abgerissen und eingesackt. Der Hafen ist voraussichtlich bis zum 14. Juli durch die Seeschleuse nicht zu erreichen.

Der Schaden ist einer Mitteilung der Stadtverwaltung zufolge bei einer Routine-Untersuchung des vor vier Jahren eingebauten Unterwagens entstanden. Für die Untersuchung wurde das Schleusentor in die Torkammer gefahren und das Wasser abgepumpt. „Dabei ist dann die Aufhängung gerissen und das 200 Tonnen schwere Tor ist abgesackt“, sagte Stadtsprecher Heiko Abbas am Nachmittag im Gespräch mit unserer Redaktion. Zu möglichen Kosten durch die Reparatur konnte Abbas „keine verlässliche Aussage“ treffen.

Korrosion Ursache für den Schaden?

Papenburgs Stadtbaurat Jürgen Rautenberg vermutet in der Pressemitteilung die Korrosion in der Aufhängung als Ursache für den Schaden. Die Fundamentplatte der Schleuse ist nach ersten Schätzungen intakt geblieben. „Allerdings können wir mögliche Schäden erst dann komplett erkennen, wenn wir das Schleusentor wieder angehoben haben“, betont Tiefbauamtsleiter Holger Stell.

Die eingedrückten und verzogenen Teile sollen in den kommenden Tagen ersetzt und mit der Aufhängung neu verschweißt werden. „Das wird uns allerdings noch vor erhebliche Aufgaben stellen“, so Stadtbaurat Rautenberg. Der Bereich des Schleusentores müsse eingerüstet werden. Danach müsse das Tor hydraulisch angehoben und stabilisiert werden, sodass die defekten Element entfernt und eine neue Aufhängung angebracht werden könne.

Hafenwirtschaft muss erheblich umdisponieren

Rautenberg schätzt, dass die Arbeiten bis zum 14. Juli andauern könnten. Bis dahin ist der Papenburger Hafen nicht erreichbar. „Die Betriebe werden erheblich umdisponieren müssen. Es ist aber nicht zu ändern. Die Schleuse kann im Moment nicht in Betrieb genommen werden“, betont Rautenberg. „Wir haben die Unternehmen im Hafen bereits informiert und stehen jederzeit zur Verfügung.“ Allerdings müsse man sich erst einmal auf die Reparatur konzentrieren.

Erneuerung der Schleuse soll 2017 beginnen

Die Papenburger Seeschleuse, an der immer wieder Defekte aufgetreten sind, soll im Jahr 2017 erneuert werden. Die Kosten von rund 20 Millionen Euro für den ersten von drei Bauabschnitten sollen sich das Land Niedersachsen (8 Millionen Euro) sowie die Stadt Papenburg und der Landkreis Emsland (jeweils 6 Millionen Euro) teilen. Die Planung liegt federführend bei der Stadt Papenburg.


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