Züchterischer Schaden hoch Nach Diebstahl in Papenburg: Schäfer setzt Belohnung aus

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Papenburg. Die Familie Schütte aus Börger, Besitzer der 46 Schafe, die zwischen Freitag 12 Uhr und Samstag 14 Uhr aus einem Moorgebiet bei Papenburg gestohlen wurden, haben eine hohe Belohnung zur Ergreifung der Täter ausgesetzt. Der materielle Schaden ist ihnen dabei unwichtig.

Seit seinem sechsten Lebensjahr hat Wilhelm Schütte mit Schafen zu tun. Der Börgeraner stammt aus einer echten Schäferfamilie. Jahr für Jahr, Jahrzehnt für Jahrzehnt wurden es mehr. Aus einem Hobby und Nebenerwerb zu seinem Job als Tiefbauer wurde Ende vergangenen Jahres ein Beruf und die Gründung einer Selbstständigkeit. „Ich hänge sehr an meinen Tieren, hinter jedem Einzelnen steckt eine Geschichte, jahrelange Arbeit und natürlich auch Geld“, sagt Wilhelm Schütte, dessen Winterstallungen sich an der Hauptstraße in Börger befinden.

(Weiterlesen: Unbekannte stehlen 46 Schafe in Papenburg)

Auch mehrere Tage nach dem Verschwinden von 46 der gut 350 Schafe, die auf einer Moorwiese nahe der ATP-Teststrecke an der Johann-Bunte-Straße geweidet hatten, steht er regelrecht unter Schock. Auf 6000 Euro schätzt er den finanziellen Schaden – für ihn zweitrangig, zumal der Diebstahl die Tiere versichert waren. Viel schlimmer ist für ihn die Tatsache, dass ihn der Diebstahl züchterisch um zwei bis drei Jahre zurückwirft. „Unser Plan war, durch eigene Zucht den Bestand von derzeit 600 auf 900 Schafe zu erhöhen. Nur dann würde sich eine Schäferei wirtschaftlich tragen. Wenn ich für das Geld, das mir die Versicherung wahrscheinlich erstatten wird, eine Herde zukaufe, muss ich daraus im Regelfall 30 bis 40 Prozent der Tiere aussortieren, um die Herdenstruktur zu erhalten, die ich haben möchte“, erklärt der 46-Jährige. Nicht jedes Tier sei, was Klauen, Futterverträglichkeit oder Gewicht angehe, beispielsweise für Moorgebiete geeignet.

Umgebung intensiv abgesucht

Seit Samstag haben Wilhelm Schütte und sein Sohn Stefan die Gegend um den Diebstahlsort intensiv durchsucht, um auszuschließen, dass die Tiere möglicherweise doch nur weggelaufen oder irgendwo im Sumpf steckengeblieben sind. „Schafe sind typische Herdentiere. Selbst wenn ein Schaf oder ein Wildtier den Zaun beschädigt hätte, die Tiere hätten sich nicht weit von der Herde entfernt“, erklärt der Schäfer, der sich ärgert, erst vor drei Wochen einen Herdenschutzhund, der ununterbrochen auf die Herde aufgepasst hat, entfernt zu haben. „Das hatten Jäger gefordert, weil sie meinen, er würde Wildtiere vertreiben. Mit dem Hund wäre der Diebstahl nicht passiert“, ist sich Wilhelm Schütte sicher.

Er geht davon aus, dass Profis am Werk waren. „Sie müssen mindestens einen Hütehund dabei gehabt haben und die Tiere weggetrieben haben, denn bis zur nächsten Möglichkeit, einen Transporter vorzufahren, sind es mehrere hundert Meter“, sagt der 46-Jährige. Auch bei der Auswahl der Tiere haben sie Expertenwissen gehabt. Ein Transporter könnte vor einem Schlagbaum, der über einen Weg von der Johann-Bunte-Straße aus erreichbar ist, gestanden haben, das Gelände ist aber auch über einen Seitenweg der Burgstraße in Surwold-Börgermoor erreichbar.

3000 Euro Belohnung

Die Hoffnung, die Tiere wieder zurückzuerhalten, hat die Familie Schütte nicht aufgegeben. Sie hat zahlreiche Schäfer aus der Umgebung informiert, die Hinweise geben sollen, falls Tiere angeboten werden. Auch Schlachtereien wurden kontaktiert. Zur Ergreifung der Diebe hat die Familie eine Belohnung von 3000 Euro ausgesetzt. Hinweise nimmt die Polizei Papenburg, Telefon 04961/9260 entgegen.


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