Lehrgang in Papenburg Sprachförderung für Kinder mit Migrationshintergrund

Die Referentinnen Anne-Ilse Placke (Atem-, Sprech- und Stimmlehrerin) sowie die Logopädinnen Christina Kos und Violetta Taha (von links). Foto: St. Lukas Heim/Jürgen EdenDie Referentinnen Anne-Ilse Placke (Atem-, Sprech- und Stimmlehrerin) sowie die Logopädinnen Christina Kos und Violetta Taha (von links). Foto: St. Lukas Heim/Jürgen Eden

pm Papenburg. Wie fördere ich als Erzieherin oder Erzieher ein Kind mit Migrationshintergrund bei der sprachlichen Entwicklung? Dieser Frage haben sich 40 Mitarbeiterinnen von Kindertagesstätten (Kita) aus dem nördlichen Emsland gestellt.

Die Logopädinnen Christina Kos und Violetta Taha sowie die Atem-, Sprech- und Stimmlehrerin Anne-Ilse Placke informierten im Sprachheilkindergarten des St.-Lukas-Heims im DRK-Heim über Strategien zur Förderung der Mehrsprachigkeit im Kita-Alltag.

Die deutsche Sprache sei grammatikalisch für viele Menschen mit Migrationshintergrund eine Herausforderung. Während es in westlichen Ländern üblich sei, sich beim Gespräch anzuschauen, gelt dieses in einigen Kulturen bei einer Zurechtweisung als mangelnder Respekt.

Aber mehrsprachig aufwachsende Kinder sind aus Sicht der Referentinnen auch im Vorteil. Denn sie zeigten oft eine bessere Aufmerksamkeitssteuerung und ein besseres Problemlöseverhalten. Normal ist es nach Worten von Christina Kos, wenn Kindergartenkinder beim Kontakt mit ihren Eltern die Muttersprache wählen. Das sei ein Ausdruck von Geborgenheit.

Die Einrichtungen stünden vor großen Herausforderungen, denn sie müssten sich dieser neuen Situation stellen. Beispielsweise im alltäglichen Miteinander durch das Schaffen eines großen Sprachangebotes mit vielen Wiederholungen. Bei Fehlern gelte es zwar einzugreifen, allerdings nicht durch direkte Korrekturen. Die würden Kinder verängstigen. Dafür aber durch ein korrektives Feedback, also dem Stehenlassen der Aussagen durch korrigierende Rückmeldungen.

Im Rahmen der Fortbildung stellte sich auch die Frage, ab welchem Zeitpunkt bei mehrsprachigen Kindern von einer auffälligen Sprachentwicklung ausgegangen werden könne. Taha machte deutlich, dass ein Kind sich ab dem vierten Lebensjahr verständlich ausdrücken können sollte. Bei Auffälligkeiten solle geklärt werden, ob die Fehler auch in der Muttersprache aufträten.

Da die Resonanz auf die Veranstaltungen so hoch war, wurde ein weiterer Termin angesetzt.


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