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18.04.2016, 18:19 Uhr KOMMENTAR

Spielhallen in Papenburg: Immer noch über Landesschnitt

Kommentar von Daniel Gonzalez-Tepper

In Papenburg droht wegen der Änderung des Glücksspielstaatsvertrages mindestens fünf Spielhallen die Schließung. Sie werden mit mehreren Konzessionen betrieben, was ab 1. Juli 2017 verboten ist. Foto: Frank Leonhardt/dpaIn Papenburg droht wegen der Änderung des Glücksspielstaatsvertrages mindestens fünf Spielhallen die Schließung. Sie werden mit mehreren Konzessionen betrieben, was ab 1. Juli 2017 verboten ist. Foto: Frank Leonhardt/dpa

Papenburg. Eine Reduzierung der Spielhallen-Konzessionen und damit ein Rückgang der Vergnügungssteuer-Einnahmen hat für die Betreiber und die Stadt Papenburg bisher nicht kalkulierbare Folgen. Verbessern würde sich bei einer Reduzierung allerdings das Image der Stadt. Ein Kommentar.

Fast eine Millionen Euro betrugen im vergangenen Jahr die Einnahmen der Stadt Papenburg durch die Vergnügungssteuer, ein Großteil davon stammt aus Glücksspielautomaten. Wegen der Erhöhung der Steuer von 15 auf 18 Prozent wird sich diese Zahl im laufenden Jahr noch erhöhen. Kein Wunder, dass der Vorstand des Verbandes Deutsche Automatenwirtschaft bei Spielhallen von „Cash-Cows für städtische Haushalte“ spricht.

Sollte ein größerer Teil der „Melkkühe“ ab Mitte 2017 tatsächlich wegfallen und die Kommune auf mehrere hunderttausend Euro Steuereinnahmen verzichten müssen, täte dies zweifelsohne weh. Hinzu käme der Verlust von Kaufkraft durch den Wegfall von Arbeitsplätzen. Und die Spieler könnten in weniger gut zu kontrollierende Online-Angebote abdriften.

Dem gegenüber stünde ein positiver Effekt beim Image, schließlich verschönern Spielhallen nicht unbedingt das Bild einer Stadt. Sie lösen, auch wegen ihrer oft von außen nicht einsehbaren und eher dunkel gehaltenen Geschäftsräume, bei vielen Menschen Unbehagen aus.

Sollte sich jetzt die Zahl von 16 Konzessionen tatsächlich auf 11 reduzieren, läge die Stadt Papenburg mit einer Bevölkerung von aktuell rund 36.200 Personen bezogen auf 10.000 Einwohner mit 3,03 Konzessionen immer noch über dem Landesdurchschnitt von 2,8 und dem Bundesdurchschnitt von 2,5.


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