Bodenverhältnisse sind sehr schwierig Polder bei Vellage bereitet Probleme

Von Daniel Gonzalez-Tepper

An dieser Stelle der Ems, der sogenannten „Tunxdorfer Schleife“, soll der Pilotpolder gebaut werden. Foto: Mirco MoormannAn dieser Stelle der Ems, der sogenannten „Tunxdorfer Schleife“, soll der Pilotpolder gebaut werden. Foto: Mirco Moormann

Papenburg. Weit mehr Probleme als bisher bekannt bereitet der Bau eines Tidepolders bei Vellage, der teilweise auf dem Gebiet der Stadt Papenburg liegt. Das wurde beim Pressegespräch am Dienstag in Oldenburg bekannt.

Der Polder, eine Art großes Speicherbecken, soll dafür sorgen, dass Schweb- und Nährstoffe gefiltert und nicht weiter stromaufwärts, sondern bestenfalls -abwärts transportiert werden. Das Projekt in Vellage sollte als Pilotprojekt unter realen Bedingungen Daten liefern, mit denen wiederum mathematische Modelle verbessert werden können, die als Grundlage für die Planungen für (mindestens) zwei weitere Polder im Landkreis Leer dienen sollen.

Die Planer sind bei den Untersuchungen des Untergrunds an der sogenannten „Tunxdorfer Schleife“ allerdings „auf ein regelrechtes Wirrwarr an Materialen“ gestoßen, wie es Helmut Dieckschäfer vom Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz bezeichnete. Ein Aushub ist notwendig, weil die Flächen höher liegen als das Flussbett der Ems. Die Flächen waren in den vergangenen Jahrzehnten und Jahrhunderten sehr unterschiedlich genutzt worden. Probleme bereiten zum Beispiel Wurzeln oder Baumreste. „Für den Deichbau zum Beispiel können die Materialien nicht verwendet werden“, sagte Dieckschäfer.

Spezialmaschine kann nicht arbeiten

Hinzu kommen sehr unterschiedliche Wasserstände in dem Gebiet. Ein Spezialgerät, das vor einigen Wochen Bodenproben nehmen sollte, musste nach nur einem halben Tag die Arbeit einstellen. „Wir waren froh, das das Gerät überhaupt aus dem Gebiet herausgefunden hat“, verdeutlichte der Beamte.

Es stellte sich die Frage, wohin mit dem Aushub, mit etwa einer Millionen Kubikmeter nicht unbedingt wenig. Demnach müssen voraussichtlich Flächen gepachtet werden, auf denen der Aushub zwischengelagert wird. „Die Mengen sind so groß, dass nicht sichergestellt ist, dass kurzfristig ausreichend Ablagerungsflächen in räumlicher Nähe zum Polder gefunden werden können“, heißt es im Sachstandsbericht.

Deshalb wurde die geplante Fläche von 20 auf 12 Hektar verkleinert. Das stelle (fast) eine Mindestgröße dar, um überhaupt vernünftige Daten erheben zu können, sagte Dieckschäfer. Mit einem Baubeginn in diesem Jahr, so wie geplant, ist kaum zu rechnen. Der Naturschutz-Experte rechnet mit einer Verzögerung von sechs bis zwölf Monaten.

Der Umweltausschuss der Stadt Papenburg hatte im September den Planungen zugestimmt. Dort hieß es, seit 1997 seien die Flächen regelrecht aufgewachsen, viel Gehölz sei entstanden. Nach der Fertigstellung des Polders werde die naturschutzflächige Wertigkeit wieder steigen, weil das Gebiet in seinen alten Zustand zurückversetzt wird, sagte Bürgermeister Jan Peter Bechtluft (CDU)damals. Die Flächen seien ohnehin „für uns wirtschaftlich nicht verwertbar“.


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