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Schleppverband auf der Ems Dalben gerammt: Sektion für Kreuzfahrtschiff beschädigt

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Papenburg. Nicht reibungslos verlaufen ist am Wochenende die Emspassage eines Schleppverbandes mit einer Maschinenraumsektion für das Kreuzfahrtschiff „Norwegian Joy“ zur Papenburger Meyer Werft.

Sowohl in Höhe des Hafens Ditzum, als auch vor der Jann-Berghaus-Brücke in Leer rammte der Verband jeweils einen Dalben. Dabei wurde die Schiffssektion nach Angaben der Wasserschutzpolizei beschädigt. Sie erreichte Papenburg mit rund zweistündiger Verspätung und liegt inzwischen im Baudock der Werft.

Der Vorfall bei Ditzum ereignete sich am Samstag gegen 6 Uhr. Wie die Wasserschutzpolizei weiter mitteilte, setzte der unter Lotsenberatung fahrende Verband seine Fahrt nach Papenburg erst nach Order eines vierten Schleppers fort.

Dennoch kollidierte der Verband ein weiteres Mal mit einem Dalben – diesmal vor der Jann-Berghaus-Brücke in Leer. Dalben sind in den Hafengrund eingerammte Pfähle. Sie dienen unter anderem zur Markierung der Fahrrinne.

Die Schiffssektion wurde bei dem Vorfall in Leer etwa auf einer Länge von etwa drei Metern beschädigt, der Dalben blieb offenbar ohne größere Schäden. Im Vorfeld der Überführung hatte die Besatzung des Schleppverbandes das Manöver an einen Schiffsimulator bei der Firma Nautitec in Leer trainiert.

In Papenburg wurde das 4500 Tonnen schwere Bauteil direkt in die Baudockhalle der Werft geschleppt. Zuvor war die Ems für den Schleppverband zwischen Leer und Papenburg für den übrigen Schiffsverkehr gesperrt.

Beim Passieren der Dockschleuse kamen die Schiffsleitanlagen zu Hilfe , die im Jahr 2013 an der Dockschleuse installiert wurden. Die Stahlkonstruktionen, die jeweils ein Gewicht von 25 Tonnen auf die Waage bringen, sind an der Wasserseite mit orangefarbenen Kunststoffrollen ausgestattet, sodass die Kreuzfahrtschiffe bei der Überführung behutsam an die Rollen „angelehnt“ werden können, dort abgleiten und so kein Schaden am Schiffsrumpf entsteht. Sie halfen nun auch, die 41,4 Meter breite Sektion sicher in den Werfthafen zu manövrieren.

Im Baudock befindet sich derzeit das Kreuzfahrtschiff „Genting Dream“ für die asiatische Reederei Dream Cruises im Bau. Anfang April soll im Dock das nächste Kreuzfahrtschiff, die „Norwegian Joy“ für die US-Reederei Norwegian Cruise Line auf Kiel gelegt werden. Das angelieferte Element ist für den Maschinenraum bestimmt, in dem später die fünf Dieselgeneratoren mit einer Gesamtleistung von rund 76800 kW untergebracht werden. Die „Norwegian Joy“ soll im Frühjahr 2017 abgeliefert werden. Sie wird 325 Meter lang, 41,4 Meter breit und Platz für rund 4200 Passagiere bieten.

Die Sektion für den Ozeanriesen war in der vergangenen Woche an der Neptun Werft in Rostock-Warnemünde, einem Tochterunternehmen der Meyer Werft, gestartet und durch den Nord-Ostsee-Kanal über die Nordsee Richtung Papenburg geschleppt worden. Nach einem Zwischenstopp in Emden, wo die Hochseeschlepper gegen Flussschlepper getauscht wurden, machte sich der Transport auf den Weg nach Papenburg. Aufgrund der Abmessungen von 102 Meter Länge und 41,4 Meter Breite wurde die Ems nach dem Passieren der Jann-Berghaus-Brücke in Leer bis Papenburg für den übrigen Schiffsverkehr gesperrt.


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