Sohn von Berno oder Bernhard Der Name Berning ist auch im Emsland verbreitet

Von Winfried Breidbach

Berühmter Berning: In Aschendorf ist eine Straße nach dem Osnabrücker Erzbischof Wilhelm Berning (1877–1955) benannt. Foto: Hermann-Josef DöbberBerühmter Berning: In Aschendorf ist eine Straße nach dem Osnabrücker Erzbischof Wilhelm Berning (1877–1955) benannt. Foto: Hermann-Josef Döbber

Papenburg. Unsere Leser Bernhard Berning aus Salzbergen und Torsten Berning aus Meppen interessieren sich für den Ursprung ihres Familiennamens. Mit rund 3000 Namensträgern ist Berning in Deutschland ein recht häufiger Name, der vor allem in Nordwestdeutschland ansässig ist.

Im Kreis Steinfurt ist die stärkste Konzentration festzustellen, auch in den benachbarten Kreisen Emsland und Coesfeld ist Berning verbreitet. Die Namenvarianten Behrning, Bernink und Beernink sind erheblich seltener.

In den Niederlanden gibt es den Familiennamen Berning in verschiedenen Formen, die häufigste Variante ist hier Beernink mit über 900 Namensträgern.

Fast alle Familiennamen mit der Endung -ing (-ink) sind als patronymische, auf den Namen des Vaters bezogene Beinamen vergeben worden. So ist es auch beim Namen Berning, zumindest in den meisten Fällen.

Der vor -ing stehende Namenstamm Bern- kann sich auf mehrere Namen beziehen. Zugrunde liegt auf jeden Fall ein altgermanischer Rufname mit dem Namenwort „berin“ (Bär), das schon früh zu „bern“ verkürzt wurde. Dazu gehören beispielsweise die Namen Bernfrid, Bernger, Bernhard, Bernher, Bernold, Bernolf, Bernward (männlich) und Berngard, Bernhild, Bernlind, Bernswith (weiblich). Von den Namen mit Bern- war Bernhard der weitaus beliebteste, im 12./13. Jahrhundert gehörte Bernhard zu den populärsten Rufnamen.

Der patronymische Name Berning „Sohn von Bern-“ konnte sich auf jeden der Bern-Namen beziehen, zumeist aber wird der Familienname von Bernhard ausgegangen sein.

Zu den männlichen Rufnamen mit Bern- war eine gemeinsame Kurzform Berno gebräuchlich, die häufig auch zu Bern verkürzt wurde. Dieser Kurzname Bern ist in Deutschland seit der zweiten Hälfte des 9. Jahrhunderts vielfach bezeugt. Der Name Berning konnte auch zum Kurznamen Bern(o) gebildet werden.

Wie Henning, Bruning, Janning und einige andere -ing-Namen wurde auch Berning ab dem 9. Jahrhundert bisweilen als Rufname verwendet, sodass der heutige Familienname im Einzelfall auch diesen Ursprung haben kann.

Berning kann aber auch aus Berending oder Bernding verkürzt sein. Für die zahlreichen heutigen Berning, Beernink in den Niederlanden ist urkundlich erwiesen, dass die Namen im 15. Jahrhundert noch Berending lauteten. Hier entstand Berning durch den häufigen niederdeutsch-niederländischen Schwund von -d- aus Berending („Sohn von Berend“ = Bernhard). Mit der gleichen Entwicklung ist auch bei den deutschen Familien Berning zu rechnen.

Älteste Belege des Familiennamens: 1392 „Bernynk“ in Damme, 1402 „Berninch“ in Bocholt.


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