Streit um Kinofilme für Kinder Facebook-Diskussion: Vater prangert Papenburger Kino an

Den Film „Deadpool“ wollen viele Jugendlichen unter 16 Jahren gerne im Kino sehen. Doch das Jugendschutzgesetz macht einen Strich durch die Rechnung. Foto: dpaDen Film „Deadpool“ wollen viele Jugendlichen unter 16 Jahren gerne im Kino sehen. Doch das Jugendschutzgesetz macht einen Strich durch die Rechnung. Foto: dpa

Papenburg. Die Diskussion geht in die nächste Runde. Nachdem eine empörte Mutter sich beklagt hatte, dass ihre 15-jährigen Söhne im Kino Papenburg keine Filme schauen dürfen, die ab 16 Jahren sind, beklagt sich nun ein weiterer Vater. Er berichtet sogar davon, dass er aus dem Kino geworfen wurde, als er seinem Ärger Luft machen wollte. Wir haben beim Kino nachgefragt.

Das Jugendschutzgesetz regelt, wann welches Kind, ab welchem Alter, im Kino Filme schauen darf. Doch dieses Gesetz ist vielen Besuchern womöglich nicht so bekannt, blickt man auf eine Diskussion, die sich in der Facebook-Gruppe „Papenburg, gestern und heute...“ in der vergangenen Woche zugetragen hat. Genau dort hatte sich eine Frau darüber beklagt, dass Mädchen im Gegensatz zu Jungen bevorzugt werden. Unterm Strich: Ihrer Meinung nach, dürfen Mädchen unter 16 Filme schauen, die ab 16 Jahren zugelassen sind, Jungen aber nicht. Dem widerspricht Kino-Betreiberin Astrid Muckli. „Wir machen keine Ausnahmen und halten uns an die Gesetzeslage“, sagt sie. (Weiterlesen: Welchen Film darf mein Kind sehen?)

Vater berichtet von Kino-Rauswurf

Dem widerspricht nun aber ein Leser. Er schildert einen Vorfall, der sich am Samstag, 20. Februar 2016, zugetragen haben soll. Mit seiner 15-jährigen Tochter sowie zwei Freundinnen (14 und 15 Jahre alt) sei er zur Vorstellung des ab 16 Jahren freigegebenen Action-Films „Deadpool“ gegangen. Seiner Aussage nach, ist die Gruppe ohne Probleme in den Saal gekommen, nach dem Alter der Kinder ist nicht gefragt worden. Als wiederum zwei weitere gleichaltrige Freunde, männlich, sich Karten kaufen wollten, seien diese abgewiesen worden. Daraufhin sei er zur Kasse gegangen, um seinem Ärger Luft zu machen, damals habe er die Gesetzeslage noch nicht gekannt. Konsequenz: Türsteher sollen ihn aus dem Kino rausgeworfen haben.

Kinobetreiberin wehrt sich gegen Vorwürfe

Astrid Muckli wehrt sich gegen diese Vorwürfe. Ihrer Aussage nach, wird nicht zwischen dem Geschlecht der Besucher unterschieden. Einzig und allein das Alter zählt. Es kann passiert sein, dass „jemand womöglich der Kontrolle entgangen ist“. Dennoch: „Wenn wir uns nicht an das Jugendschutzgesetz halten, droht uns eine saftige Strafe.“ In diesem heißt es unter anderem, dass Kinder, die unter 16 Jahren sind, keine Filme ab 16 Jahren schauen dürfen, auch wenn es die Eltern erlauben.

Jugendamt hat das Kino besucht

Auch eine andere Vermutung des aufgebrachten Vaters kann sie nicht nachvollziehen. Er glaubt nämlich, dass nur kontrolliert wird, wenn der Saal sehr voll zu werden droht und dass die Kontrolleure des Kinos sich von Mädchen, die modisch angezogen sind, blenden lassen. „Völliger Quatsch“, sagt Muckli und berichtet von Mitarbeitern des Jugendamtes und des Landkreises, die sich aufgrund der Beschwerde des aufgebrachten Vaters im Papenburger Kino umgesehen haben, und mit der Kontrolle im Kino „zufrieden“ waren.


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