Berufsname des Glasers Glasker – ein seltener Name, aber typisch emsländisch

Von Winfried Breidbach

An den Berufsnamen des Glasers erinnert der Name Glasker. Das Foto zeigt einen Teil der Glasfassade der Markthalle in Rotterdam, die von dem Dersumer Unternehmen Hero-Glas ausgestattet wurde. Foto: Hero-GlasAn den Berufsnamen des Glasers erinnert der Name Glasker. Das Foto zeigt einen Teil der Glasfassade der Markthalle in Rotterdam, die von dem Dersumer Unternehmen Hero-Glas ausgestattet wurde. Foto: Hero-Glas

Papenburg. Unsere Leserin Ida Feldker aus Haselünne fragt sich, ob ihr Geburtsname „Glasker“ mit „Glaser“ zu tun hat. Mit etwa 70 Namensträgern ist Glasker ein recht seltener Familienname, der sich fast ausschließlich im Landkreis Emsland findet.

Es gibt einige ähnliche Nachnamen, zunächst die in Deutschland sehr seltene Namensform Glaasker, die aber in den Niederlanden von 70 Personen getragen wird. Mit Umlautvokal -ä- in der ersten Silbe kommen hinzu die Namen Gläsker (Zentrum Ostwestfalen) und Gläseker (gestreut in Nordwestdeutschland).

Die heutige Konzentration von Glasker im Emsland spricht klar für Entstehung des Namens in dieser Region. Aus historischen Daten geht aber hervor, dass der Familienname früher weiter verbreitet war, insbesondere in Westfalen. Ferner gab es weitere Schreibweisen, dazu einige Belege: 1674 „Johann Hinrich Glaesskers“ (Rheda), 1687 „Anna Margareta Glaskers“ (Recke), 1695 „Clara Ilsabein Glaessker“ (Hiddenhausen), 1696 „Frans Hinrich Glaessker“ (Bünde), 1712 „Johan Christoph Glasker“ (Preußisch Oldendorf), 1712 „Jan Glasker“ (Recke), 1713 „Dille Margreth Glasscker“ (Bünde), 1767 „Marten Eilerts Glasker“ (Spetzerfehn).

Die in den Formen Glesker und Gleesker historisch bezeugte Namenvariante ist heute ausgestorben (1690 „Johan Hinrich Glesker“ in Rödinghausen, 1774 „Johann Henrich Gleesker“ in Alswede).

Die Familiennamen Glasker und Glesker gehören zu einer Gruppe von Namen mit der Endung -ker, die es nur in Nordwestdeutschland und in den angrenzenden Gebieten der Niederlande gibt, dort insbesondere in der Provinz Groningen. Die Namen mit -ker sind in zwei Gruppen zu gliedern, es handelt sich entweder um Wohnstättennamen oder um Berufsnamen.

Bei den -ker-Namen scheint es sich um relativ späte Bildungen zu handeln, im Mittelniederdeutschen (1150 bis 1600) sind diese Namen eher selten nachzuweisen. Einige Namenforscher nehmen an, dass der Ursprung im friesischen Gebiet lag und sich von dort in die benachbarten Regionen des Niederdeutschen und Niederländischen ausbreitete. Allerdings ist bereits im Jahre 1315 der „Redicker“ (= Redeker „Radmacher“) im ostwestfälischen Minden bezeugt, wo nicht mit friesischem Einfluss zu rechnen ist.

Glasker/Glesker sind eindeutig als Berufsnamen des Glasers zu bestimmen, die Vermutung unserer Leserin trifft also das Richtige. Die Namenvariante Glesker ist bereits 1500 in Friesland belegt, die Namensform mit -a- ist nicht so früh bezeugt, was aber sicher am Zufall der Überlieferung liegt. Der Beruf des Glasers/Glaskers umfasste früher den Glasmacher und den Glasmaler.


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