zuletzt aktualisiert vor

Ganze Klassenzimmer verschickt Papenburger bauen Schule in Uganda

Von Uwe Göbel

Meine Nachrichten

Um das Thema Papenburg Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.

<em>Versandfertige Schule:</em> Ludwig Wilkens, Containerfahrer Arno Janßen, Kolpingwerkstättenleiter Heiner Dreyer und Bernd Rickermann schließen den Container mit der gespendeten Bildungseinrichtung. Foto: Uwe GöbelVersandfertige Schule: Ludwig Wilkens, Containerfahrer Arno Janßen, Kolpingwerkstättenleiter Heiner Dreyer und Bernd Rickermann schließen den Container mit der gespendeten Bildungseinrichtung. Foto: Uwe Göbel

Papenburg. Hilfe zur Selbsthilfe, dies ist das Motto der beiden Initiatoren, Bernd Rickermann und Ludwig Wilkens. Eine komplette Schule in Einzelteilen geht darum auf die Reise von Papenburg über Hamburg nach Uganda (Kabango).

Am 23. Juli soll der Container in Mombasa eintreffen, und dann beginnt der zweite Teil des Hilfsprojekts, der Aufbau. Fünf Helfer machen sich auf die Reise: die beiden Initiatoren, Maschinenbaumeister Bernd Rickermann und Tischler Ludwig Wilkens, sowie der Zimmermann Jens Plaggenborg, der Ingenieur Frank Jülke und der Elektriker Anton Borgmann. Letztere übernehmen auch die Schulung der Einheimischen vor Ort und werden dazu knapp eine Woche in Uganda bleiben.

Als Erstes werden sie die 2,7-Kilowatt-Fotovoltaikanlage in Betrieb nehmen, um ihre Maschinen für den Aufbau der Schule mit Strom zu versorgen. Dann wird die Schule in Angriff genommen: 22 Meter lang und ungefähr zehn Meter breit soll sie werden. Zwei Schulklassen mit 64 Schulbänken – gesponsert von der Firma Brüggen aus Herzlake – finden darin Platz. Das restliche Mobiliar erhielten sie als Spende von den Samtgemeinden Esterwegen und Werlte.

Das größte Anliegen von Bernd Rickermann und Ludwig Wilkens ist Nachhaltigkeit: Handwerkliche Fähigkeiten sollen vermittelt und so „Hilfe zur Selbsthilfe“ geleistet werden.

Zu diesem Zweck sind auch schon die nächsten Projekte in Planung, wie ein Zaun- und Brunnenbau. So werden sich beide nach Enschede (Holland) begeben um sich dort über eine neu entwickelte Pumpe zu informieren, die nur mit Muskelkraft und einfachsten Mitteln Rohrleitungen bis zu 50 Meter in die Erde einbringen kann. Dazu werden noch Spenden benötigt.

Schon als Jugendlicher wollte Bernd Rickermann nach Afrika, um dort den Menschen zu helfen. Aber erst als Rentner konnte er diesen Plan auch umsetzen. Begleitet von Ludwig Wilkens, machte er sich auf, um sich vor Ort ein Bild zu machen. Die Armut der Menschen bewegte sie: kein sauberes Wasser, kein Strom, keine Kühlmöglichkeit für Medikamente, überfüllte Klassenzimmer.

Sie entschlossen sich zu helfen: Im Frühjahr 2012 startete das Projekt „Schule für Kabango“. Zusammen mit dem ugandischen Pfarrer Pater Gerad planten die Initiatoren den Bau einer Schule mit Fotovoltaikanlage zur Stromerzeugung.

Spenden erhielten sie unter anderem von der Werlter Holzbaufirma Janssen , die Teile der Dachkonstruktion sponserte. Die Dacheindeckung, etwa Trapezbleche, spendete die Firma Priel aus Lähden, die Decke die Meppener Firma Glunz , und die Fotovoltaikanlage wurde teilweise gesponsert von Nord-West Solar aus Börger . In Kooperation mit der Kolpingwerkstatt in Papenburg, die den Container auch Fracht- und versandfertig gemacht hat, konnte das Projekt dann schließlich auf den Weg gebracht werden.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN