Bekämpfung derzeit unmöglich Kastanien in Papenburg leiden unter Motte und Fäule

Von Christoph Assies und Gerd Schade

Abgeplatzt: Ein Stück Rinde an einer Kastanie im Stadtpark. Foto: Christoph AssiesAbgeplatzt: Ein Stück Rinde an einer Kastanie im Stadtpark. Foto: Christoph Assies

cass/gs Papenburg. Die Kastanien im Papenburger Stadtpark leiden teils seit mehreren Jahren unter dem Befall von Miniermotten und Schleimfäule. Die Probleme seien nicht neu, eine Bekämpfungsmöglichkeit gebe es zurzeit jedoch in beiden Fällen nicht. Das teilte die Stadtverwaltung im Anschluss an einen Ortstermin auf Nachfrage unserer Redaktion mit. Ein Fällen der Bäume droht demnach derzeit nicht.

„Die Bäume werden regelmäßig auf ihre Standfestigkeit überprüft. Bisher sind sie es. Ist diese nicht mehr gegeben müssen die Kastanien gefällt werden“, erklärte der Leiter des städtischen Bauhofes, Georg Hüser. Im Frühjahr ist eine Tiefendüngung an den Bäumen vorgesehen.

Wie Hüser weiter ausführte, waren die Kastanien schon in der Zeit vor der Landesgartenschau 2014 teils von den Schädlingen befallen. Während die Kastanien-Miniermotte (Cameraria ohridella) schon sehr lange bekannt sei, träte das Bakterium Pseudomonas syringae – laut Stadtsprecher Heiko Abbas gleichbedeutend mit Schleimfäule – erst in den vergangenen Jahren auf. Bei der Miniermotte bilden sich Bauhofleiter Hüser zufolge in den Blattzwischenräumen im Frühjahr kleine Larven, die die Blätter dann von innen auffressen. Das Bakterium hingegen befalle die Bäume „und sorgt an einigen Stellen für einen schwarz-braunen Ausfluss an der Rinde. Es kommt dabei zu Verfärbungen an der Rinde“.

Die ehemalige ehrenamtliche Helferin der Landesgartenschau, Betta Weber, sieht ihre Befürchtungen weitestgehend bestätigt. „Leider“, wie sie sagt. „Die Bäume sind wohl auch schon länger erkrankt, die Stadt hat sie unter Beobachtung“, berichtet Weber. Sie hatte mit einem Brief an Bürgermeister Jan Peter Bechtluft (CDU) Alarm geschlagen , weil ihr die die aufgeplatzte Rinde der Kastanien aufgefallen war.

Mitarbeiter des Bauhofes würden demnach die Standfestigkeit der Kastanien immer wieder überprüfen, erklärte Weber nach dem Ortstermin, an dem sie teilgenommen hatte. „Im Frühjahr sollen die Bäume Dünger erhalten, damit sie Kraft bekommen.“ Man habe ihr auch erzählt, dass die Bäume so dicht am Stadtparksee zu feucht stehen und sie deshalb nicht die Lebenserwartung einer Kastanie von bis 100 Jahren erreichen würden. „Unter den Bedingungen könnten die Kastanien wohl nur 30 bis 40 Jahre alt werden“, so Weber, der nach eigenen Angaben Ende August die aufgeplatzte Rinde und die Tatsache aufgefallen war, dass einige Kastanien bereits im Sommer keine Blätter mehr hatten.


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