Thema Flüchtlinge Staatssekretär Laumann besucht Johannesstift Papenburg

Von Nina Brinkmann

Im Gespräch mit der Bewohnerin des Johannesstifts Lisa Busch (links), machte sich der Pflegebevollmächtigte der Bundesregierung Karl-Josef Laumann gemeinsam mit Heimleiterin Anna Strohschnieder-Tammen (Zweite von rechts) und der Bundestagsabgeordneten Gitta Connemann ein Bild vom Leben in dem Altenheim. Foto: Nina BrinkmannIm Gespräch mit der Bewohnerin des Johannesstifts Lisa Busch (links), machte sich der Pflegebevollmächtigte der Bundesregierung Karl-Josef Laumann gemeinsam mit Heimleiterin Anna Strohschnieder-Tammen (Zweite von rechts) und der Bundestagsabgeordneten Gitta Connemann ein Bild vom Leben in dem Altenheim. Foto: Nina Brinkmann

Papenburg. Flüchtlinge sollten in der Pflege arbeiten, meint der Pflegebevollmächtigte der Bundesregierung, Staatssekretär Karl-Josef Laumann (CDU). Und Pflege müsse weiter entbürokratisiert werden. In Bunde hat er an einer Pflegekonferenz teilgenommen und auch das Alten- und Pflegeheim Johannesstift in Papenburg besucht.

„Es ist schön, jemanden wie Sie in unserem Haus begrüßen zu dürfen, der sich sehr mit Pflege auskennt und viel für diese tut“, begrüßte Anna Strohschnieder-Tammen, Leiterin des Johannestifts , den Staatssekretär. Im Laufe des Tages besuchte Laumann gemeinsam mit Gitta Connemann und weiteren Teilnehmern verschiedene Stationen in Ostfriesland und dem nördlichen Emsland. Während einer Pflegekonferenz in Bunde, an dem Mitarbeiter ambulanter Pflegestationen teilgenommen hätten, sei gemeinsam mit Laumann und Connemann über Pflege-Themen diskutiert worden, berichteten die Beteiligten bei ihrem Besuch in Papenburg. Der Politiker habe im Rahmen der Konferenz seine Standpunkte deutlich gemacht und unter anderem Fragen zur Entbürokratisierung der Pflege und zur Abschaffung von Pflegenoten für Heime beantwortet.

Pflegenoten drücken keine Qualität aus

„Pflegenoten können die Qualität der Heime nicht ausdrücken“, sagte Laumann. Bürger würden durch diese Noten in die Irre geführt. Sein klarer Standpunkt: Dieser „Pflege-TÜV“ müsse überarbeitet werden.

Um dem immer größer werdenden Bedarf an Pflegekräften gerecht zu werden, brachte Laumann auch das aktuelle Flüchtlings-Thema ins Spiel: „Das meine ich ernst. Man könnte bei den Flüchtlingen gucken, ob welche von ihnen geeignet sind, in Pflegeberufen zu arbeiten. Natürlich müssten sie die Sprache beherrschen, aber es ist eine Möglichkeit, über die man nachdenken sollte.“

(Weiterlesen: Der lange Weg zum neuen Pflegebedürftigkeitsbegriff)

Durch die Pflegestärkungsgesetze I und II, an dessen Ausarbeitung Laumann beteiligt war, sei die Entbürokratisierung langsam vorangegangen, sagte Strohschnieder-Tammen. „Auch bei uns merkt man die Einführung des neuen Programms. Die Dokumentation der Pflege, was bei den einzelnen Patienten und Hausbewohnern gemacht wurde und noch gemacht werden muss, ist deutlich vereinfacht worden“, erklärte sie weiter. Dass bereits 8.000 Pflegeinstitutionen mit dem neuen Dokumentations-Programm arbeiten, freute Laumann: „Das sind ein Drittel aller Einrichtungen.“ Strohschnieder-Tammen machte außerdem deutlich, wie wichtig die Mehr-Zeit, die die Pflegerinnen und Pfleger durch die Entbürokratisierung bekommen, ist: „Die Menschen freuen sich, wenn man einfach die Zeit hat, sie in den Arm zu nehmen, mal mit ihnen zu lachen oder auch zu weinen.“