Dritter Prozesstag in Papenburg Verfahren um Gelddiebstahl aus Autohaus geht weiter

Der Prozess wegen Diebstahls von 24000 Euro aus dem Tresor eines Autohauses in Papenburg muss fortgsetzt werden. Foto: Gerd SchadeDer Prozess wegen Diebstahls von 24000 Euro aus dem Tresor eines Autohauses in Papenburg muss fortgsetzt werden. Foto: Gerd Schade

Papenburg. Der Prozess um den Diebstahl von 24000 Euro aus dem Tresor eines Papenburger Autohauses geht in eine weitere Runde. Vier der sieben erschienenen Zeugen wurden am Montag im Amtsgericht Papenburg befragt, darunter die Prokuristin des Unternehmens.

Dem 31-jährigen Angeklagten aus Leer wird vorgeworfen, am letzten Wochenende im Juli 2014 die Geldkassette aus dem Tresor des Autohauses entwendet zu haben, nachdem ihm gekündigt worden war. Er hatte zuvor sieben Jahre in der Firma als Verkäufer gearbeitet. Laut Anklage hatte er sich einen Transponder aus einem der Büros verschafft und damit die Alarmanlage deaktiviert. Videoaufnahmen zeigen ihn angeblich mit einem ebenfalls angeklagten 25-jährigen Mann, wie beide in der Nacht vom 27. auf den 28. Juli mit einem Pkw auf das Firmengelände fahren und dort aussteigen.

Die Prokuristin sagte aus, dass sie am 28. Juli die Aufzeichnungen gesehen habe. Von der Silhouette her könne es sich um den Angeklagten handeln, sie sei sich aber nicht sicher.

Fast alle Mitarbeiter kannten Safekombination

Auf Nachfrage des Richters bestätigte sie, dass der ehemalige Mitarbeiter nach seiner Kündigung am 26. Juli sowohl die Schlüssel auch seinen Transponder abgegeben habe. Zudem gab sie an, dass außer dem Angeklagten auch „fast alle“ anderen Mitarbeiter des Unternehmens die Kombination des Safes kannten. Dass viel Bargeld im Tresor aufgewahrt wurde, sei zwar nicht erwünscht gewesen, aber doch häufiger vorgekommen.

Nach Angaben der Zeugin war dem Beschuldigten schon am 24. Juli die bevorstehende Kündigung wegen Unregelmäßigkeiten bei seinen Verkäufen mitgeteilt worden. Sie habe dann mit einem weiteren Mitglied der Geschäftsleitung am 25. Juli bis spät in die Nacht Rechnungen des Mannes aus den Jahren 2010 bis 2012 geprüft. Da ihm als Betriebsratmitglied nicht so einfach gekündigt werden konnte, sei „alles zusammengesucht“ worden, „was wir hatten“, so die Prokuristin.

Abfindung vom Arbeitsgericht zugesprochen

Den Vergleich vor dem Arbeitsgericht in Lingen begründete die Zeugin damit, dass der Anwalt der Firma dazu geraten habe, um ein längeres Verfahren zu verhindern und die Kosten in Grenzen zu halten. Dem ehemaligen Angestellten wurde ausstehendes Gehalt und auch eine Abfindung in Höhe von brutto 34000 Euro zugesprochen.

Den vom Angeklagten erhobenen Vorwurf, er sei schon vor der Kündigung gemobbt worden und man habe versucht, ihn loszuwerden, bestritt die Zeugin.

Mitarbeiter auch nachts im Gebäude

Nicht erklären konnte sie sich, wie auch schon der vom Gericht am 4. Januar befragte Serviceleiter, warum am Tatwochenende laut Transponderprotokoll mehrere Mitarbeiter spät abends oder sogar mitten in der Nacht das Betriebsgebäude betreten hatten.

Eine weitere Mitarbeiterin des Autohauses sagte aus, dass es erhebliche „Querelen“ zwischen Betriebsrat und Geschäftsleitung gegeben habe. Das bestätigte auch eine 25-jährige ehemalige Angestellte. Es sei versucht worden, den Angeklagten aus dem Betrieb zu drängen. Der angebliche Diebstahl sei dann wohl ein willkommener Anlass gewesen. Die Frau arbeitet inzwischen für den Angeklagten, der sich selbstständig gemacht hat.

Der Prozesssoll in drei Wochen fortgesetzt werden, ein Termin steht noch nicht fest.


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