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05.01.2016, 19:23 Uhr KOMMENTAR

Behinderung durch Fetales Alkoholsyndrom: Wachsam sein

Kommentar von Maike Plaggenborg

Das Bild zeigt unter anderem die Niedersächsische Ministerin für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung (links) und die Lingenerin Gisela Michalowski (rechts), die Bundesvorsitzende von FASD Deutschland ist. Die Ministerin und die Vereine, die über FAS aufklären, begegneten sich bei der 17. FASD-Fachtagung in Osnabrück am 25. und 26. September 2015. Foto: Elvira PartonDas Bild zeigt unter anderem die Niedersächsische Ministerin für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung (links) und die Lingenerin Gisela Michalowski (rechts), die Bundesvorsitzende von FASD Deutschland ist. Die Ministerin und die Vereine, die über FAS aufklären, begegneten sich bei der 17. FASD-Fachtagung in Osnabrück am 25. und 26. September 2015. Foto: Elvira Parton

Papenburg. Das Fetale Alkoholsyndrom (FAS) ist eine Krankheit, die sich durch körperliche und geistige Behinderungen zeigt. Ursächlich ist der Alkoholkonsum der Mutter. Die Papenburgerin Annika L. kommt erst im Alter von 18 Jahren dahinter, dass sie diese Krankheit hat, und zwar durch die Hilfe ihrer Pflegemutter – ihrer dritten wohlgemerkt. So darf es nicht sein.

Fraglich ist, warum die offensichtliche Alkoholsucht von L.s Mutter nicht durch die Instanzen durchkommuniziert wurde. Alle weiteren betreuenden Institutionen hätten genau darüber informiert werden müssen. Dann hätte L. schon viel früher gewusst, was mit ihr nicht stimmt.

Über Konsequenzen von Alkoholkonsum während der Schwangerschaft muss zudem flächendeckender informiert werden. Gelegentliches Trinken eines Glases Wein etwa, während der Fötus im Bauch heranwächst, wird viel zu oft bagatellisiert. Dabei ist völlig ungewiss, welche Mengen Alkohol einem ungeborenen Menschen in welchem Ausmaß schaden. Die Handlungsmaxime kann daher nur lauten: kein Alkohol während der Schwangerschaft. Hier tut noch mehr Aufklärung not.

Und auch das direkte Umfeld muss wachsam sein. Wenn eine Mutter während der Schwangerschaft regelmäßig trinkt, sollte das Bekannten, Verwandten und Freunden auffallen. Diese Krankheit muss gesehen und beseitigt werden, damit nicht auch noch die Kinder von Süchtigen ihr Leben lang darunter leiden müssen.


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