Im Nordkreis mehr als 160 Unfälle Glatteis sorgt für Hochbetrieb in Notaufnahmen

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Papenburg/Sögel. Das am Sonntagmorgen einsetzende Glatteis hält Ärzte und Pfleger in den Krankenhäusern in Papenburg und Sögel auf Trab: Bis Montagmittag verzeichneten die Einrichtungen insgesamt mehr als 160 Personen, die auf vereisten Straßen und Gehwegen verunglückt sind.

Verschnaufpausen hat Dr. Thomas Klapperich, Chefarzt der Klinik für Orthopädie, Unfall- und Handchirurgie am Marien Hospital Papenburg Aschendorf, in diesen Tagen nur wenige. Er eilt von Patient zu Patient – schließlich wurden im Papenburger Krankenhaus in der Zeit von Sonntag bis Montagmittag mehr als 110 Personen behandelt, die sich bei Stürzen auf den glatten Straßen, Wegen und Auffahrten verletzt hatten.

Schwerste Frakturen und ausgekugelte Gelenke

„Am Sonntag hatten wir mehr als 60 Patienten, die aufgrund von Glatteis-Unfällen ins Marien Hospital eingeliefert worden sind. Bis Montagmittag haben wir weiter über 50 Patienten behandelt. Alle Altersgruppen waren dabei vertreten. Die Verletzungen umfassten auch schwerste Frakturen der hüftgelenksnahen Knochen sowie ausgekugelte Gelenke“, sagt Klapperich. Aus seiner Sicht besorgniserregend seien die vielen Stürze von Fahrradfahrern gewesen, die keinen Helm getragen hätten, berichtet der Arzt weiter.

Operiert wurde am Sonntag bis in die Nacht, und auch am Montag scheint sich die Welle der Glatteis-Opfer nicht zu verkleinern. Im Vergleich zum letzten Winter mit Glatteis habe die Anzahl der Verletzten aufgrund des Blitzeises stark zugenommen, so Klapperich.

50 Fälle in Sögeler Klinik

Eine erhöhte Tendenz ist im Hümmling Hospital in Sögel nicht zu spüren. Wie Dr. Jan Felix Christiansen, Leiter der Zentralen Notaufnahme der Klinik, am Montagmittag mitteilt, mussten aufgrund der Witterungsverhältnisse in den vergangenen zwei Tagen bislang etwa 50 Patienten nach Stürzen und Unfällen in der Notaufnahme behandelt und auch operiert werden. „Neben leichteren Verletzungen wie Prellungen waren auch 18 Knochenfrakturen zu versorgen“, so Christiansen. Diese Zahlen seien mit denen aus vergangenen Wintern vergleichbar, heißt es aus Sögel. Da nur einige der Brüche operiert werden mussten, konnte verhindert werden, dass bereits terminierte Operationen verlegt werden mussten.

Viele Unfälle auf Straßen und Autobahn

Auch auf das Verkehrsgeschehen hatte das Wetter sichtlich Einfluss. Von Sonntag bis Montag verzeichnete die Polizei im nördlichen Emsland insgesamt mehr als 25 Unfälle. Viele verliefen glimpflich und endeten mit Blechschäden. Allein am Montagmorgen kam es nach Angaben der Polizei zu zwölf Unfällen aufgrund der Straßenglätte im Emsland. Auf der Autobahn A 31 kam es am Sonntag und Montag ebenfalls zu zahlreichen Unfällen. Oftmals war eine nicht angepasste Geschwindigkeit die Ursache. Glücklicherweise blieb es auch auf der Autobahn bei Sachschäden.

In den kommenden Tagen soll sich das Thermometer immer wieder etwas über und unter Null Grad bewegen, doch die Luftfeuchtigkeit bleibt laut Vorhersagedienst Meteomedia hoch, sodass es jederzeit bei Frost wieder zu überfrierenden und glatten Straßen kommen kann.


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