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Ems für Binnenschiffe wieder frei Friesenbrücke in Weener muss neu gebaut werden

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Papenburg. Die Friesenbrücke über der Ems bei Weener hat einen Totalschaden erlitten. Das haben die Untersuchungen nach dem Schiffsunfall vom Donnerstagabend ergeben. Es könnte mehrere Jahre dauern, bis an der Stelle wieder ein Zug über eine neue Brücke die Ems überqueren kann.

Bahnsprecher Egbert Meyer-Lovis sagte am Freitagmittag auf Anfrage unserer Redaktion, die Untersuchungen von Experten am Unfallort hätten ergeben, dass sich die gesamte Brücke bei der Kollision des Frachters „Emsmoon“ derart verschoben habe, dass eine Instandsetzung nicht mehr möglich sei. „Wir sprechen hier von einem Millionenschaden und es wird mehrere Jahre dauern, bis hier wieder ein Zug über den Fluss fahren wird, denn Pläne für einen Neubau liegen schließlich nicht irgendwo in der Schublade“, so Meyer-Lovis. Das komplette Planungs- und Genehmigungsverfahren müsse angeschoben werden und es müsse staatsanwaltlich die Schuld- und damit die Zahlungsfrage geklärt werden, so der Sprecher.

Schwimmkran wird eingesetzt

In der kommenden Woche soll nach Angaben einer Sprecherin der Wasser- und Schifffahrtsbehörde das Mittelstück, das bei Überführungen der Kreuzfahrtschiffe der Meyer Werft von einem Schwimmkran herausgehoben wird, ausgehangen werden. Für Binnenschiffe ist die Ems seit Freitagnachmittag wieder befahrbar. „Die Brücke ist nicht instabil“, so die Sprecherin. Für Seeschiffe bleibt die Ems weiterhin gesperrt. Binnenschiffer müssten beim Passieren den Wasserstand beachten. Bei Hochwasser sei die Durchfahrt zu niedrig.

Busse ersetzen fehlende Bahnverbindung

Der Zugverkehr zwischen Leer und dem niederländischen Groningen ruht auf unbestimmte Zeit. Zwischen Leer und Bad Neuschanz ist ein Busersatzverkehr für die betroffene niederländische Arriva-Bahnlinie bereits eingesetzt.

Die Ems ist derzeit weiterhin für den Schiffsverkehr gesperrt. Nach Angaben von Reinhard de Boer von der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung sind Experten vor Ort, um die Fahrrinne nach Trümmerteilen von der Brücke zu durchsuchen.

Frachter Emsmoon hat in Papenburg festgemacht

Nach Angaben der Wasserschutzpolizei war der Frachter „Emsmoon“ Donnerstag gegen 18 Uhr aus dem Papenburger Hafen ausgelaufen und in Richtung Nordsee unterwegs, als er gegen 18.40 Uhr die Brücke in Weener rammte. Ein Schlepper brachte die „Emsmoon“ am Abend nach Papenburg zurück. Am Liegeplatz im Industriehafen laufen derzeit die Ermittlungen zur Ursache der Havarie.

Ursache des Unglücks noch unklar

Volker Saalbach von der Wasserschutzpolizei Emden sagte am Freitagvormittag, er könne Medienberichte, wonach falsche Absprachen zwischen dem Frachterfahrer und den Mitarbeitern an der Eisenbahnbrücke Ursache für die Havarie sei , „weder bestätigen, noch dementieren“. Derzeit sind Experten an Bord der „Emsmoon“ im Papenburger Hafen damit beschäftigt, Maschinendaten und Sprachaufzeichnungen des Funkverkehrs auszuwerten. „Wir gehen davon aus, dass wir Ende der kommenden Woche mehr zur Unfallursache wissen“, so Saalbach.


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