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Wahlhelfer Rolf Norda über seine Arbeit Seit fünf Jahrzehnten im Einsatz

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Wahlhelfer Rolf Norda bei der Ausgabe der Stimmzettel in der Mühlenschule.Foto: Sascha ReuterWahlhelfer Rolf Norda bei der Ausgabe der Stimmzettel in der Mühlenschule.Foto: Sascha Reuter

evkö Papenburg. Die Organisation der Kommunalwahlen ist für die Städte und Gemeinden jedes Mal eine große Herausforderung. Daher ist es für die Verwaltungen hilfreich, wenn sie auf ehrenamtliche Wahlhelfer zurückgreifen können, die damit jahrzehntelange Erfahrung haben. Wie zum Beispiel Rolf Norda aus Papenburg. Stellvertretend für alle Ehrenamtlichen, die gestern im Einsatz waren, hat der Rentner im Gespräch mit unserer Zeitung von seinen Erfahrungen als Wahlhelfer erzählt.

Seit 50 Jahren ist der gebürtige Obenender bei Wahlen im Dienst. Als junger Mann ist er in das Amt des Wahlhelfers hineingerutscht, wie er erzählt. Einige ältere Herren aus seiner Nachbarschaft seien damals Wahlhelfer gewesen, da einer von ihnen ausgefallen sei, haben sie ihn gebeten auszuhelfen. „Ich mochte da nicht absagen, so etwas machte man damals nicht“, berichtet der mittlerweile 70-Jährige. Die Wahllokale wechselten seit damals häufiger. Angefangen hat Norda in der Gasstätte Rüther-Brelage am Bethlehem., Mitte der 70er ist er ans Untenende gezogen, hat dort gebaut. Gestern verrichtete Norda seinen Dienst in der Mühlenschule. Er sei nicht bei jeder Wahl dabei gewesen, ab und zu war er an Wahltagen auch im Urlaub, berichtet der Rentner, dennoch sei man immer wieder auf ihn zugekommen und habe ihn um Unterstützung bei der Wahl gebeten – wohl aufgrund seiner langjährigen Erfahrung. Seit seinem ersten Einsatz bei einer Wahl im Jahr 1961 habe sich jedoch viel verändert. „Früher war die Wahlbeteiligung viel höher als heute“, weiß Norda. Er erklärt sich das mit der Nazi-Diktatur, die die Leute gerade hinter sich hatten. „Frei wählen zu dürfen, wussten die Leute einfach mehr zu schätzen, weil sie noch wussten, dass es nicht selbstverständlich ist.“ Zudem habe der Dienst früher den ganzen Tag gedauert. Heute gebe es zwei Schichten, seine beginne um acht Uhr morgens und ende gegen 13 Uhr, die zweite ende mit der Auszählung der Stimmen.

Auf die Frage, was ihn auch nach 50 Jahren noch wundert, antwortet er: „Ich wundere mich immer wieder, dass einige Leute nur in das Wahllokal kommen, um eine ungültige Stimme abzugeben“, schmunzelt er. Während andere gar nicht zur Wahl kommen würden, würden diese Leute dadurch ihren Politikverdruss zum Ausdruck bringen, meint der 70-Jährige.

Für Norda endete der Wahltag am Nachmittag mit der Abgabe seiner Stimme. Aber nicht in der Mühlenschule, sondern in einem anderen Wahllokal und bei einem anderen Wahlhelfer.

Ein Dank gilt an dieser Stelle allen ehrenamtlichen Wahlhelfern, die zum Gelingen der Kommunalwahlen beigetragen haben.


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