Niederdeutsche Form Der Name Mester bezieht sich auch im Emsland auf „Meister“

Von Winfried Breidbach

Der Name Mester geht auf eine niederdeutsche Form des Wortes „Meister“ zurück. Symbolfoto: dpaDer Name Mester geht auf eine niederdeutsche Form des Wortes „Meister“ zurück. Symbolfoto: dpa

Papenburg. Unsere Leserin Rosi Mester aus Geeste vermutet, dass ihr Familienname die plattdeutsche Form von „Meister“ ist. Damit liegt sie absolut richtig.

Die rund 3500 Träger des Namens Mester leben zu einem erheblichen Teil in den Bundesländern Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen sowie in der Hansestadt Bremen. Das stärkste Nest von Mester zeigt sich im ostwestfälischen Landkreis Herford. Die Schreibvariante Meester ist mit unter 100 Namensträgern deutlich seltener, diese Namensform ist aber in den Niederlanden mit über 2500 Personen verbreitet.

Aus dem Lateinischen entlehnt

Bei Mester/Meester handelt es sich um die niederdeutsche Form des Wortes „Meister“. Der mit der schriftsprachlichen Form Meister übereinstimmende Familienname gehört mit fast 20.000 Namensträgern zu den sehr häufigen Nachnamen in Deutschland. In der Schweiz und in Österreich kommen noch etwa 7000 Personen hinzu.

Das Wort Meister wurde im 8. Jahrhundert aus lateinisch magister „Vorstand, Anführer“ in die hoch- und niederdeutsche Sprache entlehnt. Der Konsonant -g- des lateinischen Wortes schwand im Deutschen schon sehr früh. Im Mittelniederdeutschen hatte das Wort die Formen meyster, mêister, mêster, mester. Die Wortform Meister gab es also sowohl im Hochdeutschen wie auch im Niederdeutschen.

Große Bedeutung von Anfang an

Von Anfang an wies der Berufs- und Amtsname Meister/Mêster eine große Bedeutungsbreite auf. In den Wörterbüchern werden beispielsweise folgende Bedeutungen angeführt: „Schullehrer, Gelehrter; Dichter, Meistersänger; Künstler, Handwerksmeister; Aufseher; Vorgesetzter; Gemeindevorstand, Bürgermeister, Stadtmeister“.

Als Familienname ist Meister/Mêster seit dem 13. Jahrhundert nachzuweisen, dazu einige Belege: 1262 „Iohannes Mester“ (Rostock), 1283 „Petter der Meister“ (Freiburg), 1300 „Luder Mester“ (Lübeck), 1308 „Clais Meester“ (Hulst/NL), 1313 „Johannes Mester“ (Quedlinburg), 1334 „Rüdiger Meister“ (Limburg), 1355 „Hince Meyster“ (Halle), 1377 „Ott Maister“ (München), 1377 „Mathys Meistir“ (Altenburg), 1382 „Hensel Meister“ (Liegnitz), 1388 „Nikel Meister“ (Vogtland), 1395 „Henne Meyster“ (Arnsburg), 1406 „Gheseke Mesters“ (Hildesheim).

Hinweis auf leitende Funktion

Auf welche Tätigkeit des ersten Namensträgers sich der Familienname „Meister/Mêster“ konkret bezog, dürfte kaum zu ermitteln sein. Es kann aber als gesichert gelten, dass der Betreffende in einem bestimmten Umfeld eine leitende Funktion ausübte.

Mester erscheint auch als Grundwort in zahlreichen Zusammensetzungen wie Buhrmester, Timmermester, Wachtmeester, Werkmeester usw.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN