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Liveticker zum Nachlesen Lebhafte Diskussion über Flüchtlingsunterkunft Aschendorf

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Der Landkreis Emsland richtet eine Flüchtlingsunterkunft in den ADO-Hallen in Aschendorf ein. Am Dienstag gibt es einen Info-Abend. Hier Aschendorfs Oberbürgermeister Friedhelm Führs am Rednerpult. Foto: Dirk HellmersDer Landkreis Emsland richtet eine Flüchtlingsunterkunft in den ADO-Hallen in Aschendorf ein. Am Dienstag gibt es einen Info-Abend. Hier Aschendorfs Oberbürgermeister Friedhelm Führs am Rednerpult. Foto: Dirk Hellmers

Aschendorf. Der Landkreis Emsland richtet seine zentrale Unterkunft für die Erstaufnahme von bis zu 1000 Flüchtlingen in den Hallen der ehemaligen ADO-Gardinenwerke in Aschendorf ein. Diese Nachricht löste zahlreiche Reaktionen aus. An diesem Dienstag informierte der Landkreis über die Einrichtung. Unser Liveticker zum Nachlesen.


KREIS EMSLAND INFORMIERT ÜBER FLÜCHTLINGSUNTERKUNFT "ADO-HALLEN"

23. November 2015 19:14

Landkreis informiert über Flüchtlingsunterkunft Aschendorf

Der Landkreis Emsland richtet seine zentrale Unterkunft für die Erstaufnahme von bis zu 1000 Flüchtlingen in den Hallen der ehemaligen ADO-Gardinenwerke in Aschendorf ein. Diese Nachricht löste zahlreiche Reaktionen aus. An diesem Dienstag plant der Landkreis eine Info-Veranstaltung. Mit einem Liveticker berichten wir vor Ort.Am Donnerstagabend hat sich der Aschendorfer Ortsrat über die geplante Einrichtung der ADO-Hallen als Notunterkunft für Flüchtlinge informiert. Obwohl bei den Ortsratsmitgliedern eine positive Grundstimmung herrscht, sehen die Politiker eine große Herausforderung auf den Stadtteil zukommen. „Natürlich stellt eine Einrichtung dieser Größe für uns Aschendorfer eine große Herausforderung dar. Aber ich glaube, es ist richtig, die Kräfte in einem zentralen Auffanglager zu bündeln“, sagte der stellvertretende Ortsbürgermeister Ralf Diedrichs. Seiner Meinung nach müssten die Aschendorfer jetzt die Ärmel hochkrempeln.

Diskussionen in den Netzwerken

So denkt auch ein Großteil der Aschendorfer Bevölkerung, wurde in den vergangenen Wochen in den Diskussionen in den sozialen Netzwerken deutlich. So schrieb User M van Reddi damals unter einen Artikel dieser Zeitung über die geplante Flüchtlingsunterkunft in Aschendorf: „Niemand wird es in Frage stellen, dass da Probleme auftauchen werden, von denen wir noch nichts ahnen. Aber Hilfe anbieten, heißt für mich, sich den Problemen entgegenzustellen.“ In den Diskussionen wurde aber auch Unsicherheit deutlich. Immer wieder tauchte das Wort „Gutmensch“, also eine verachtende Verdrehung des Wortsinns „guter Mensch“, auf, und andere User sahen direkt den nächsten Bürgerkrieg auf sich zukommen.

Landrat informiert am Dienstag

Bedenken sollen an diesem Dienstag aus dem Weg geräumt werden. Gemeinsam mit der Stadt Papenburg, der Polizei und dem Deutschen Roten Kreuz informiert der Landkreis ab 19 Uhr in der Heinrich-Middendorf-Oberschule in Aschendorf über die Unterkunft für bis zu 1000 Flüchtlinge. Für all diejenigen, die an diesem Abend keine Zeit haben, bieten wir unter www.noz.de einen Liveticker ab 19 Uhr an. 
Julia Mausch
24. November 2015 18:49
Die Aula in der Heinrich-Middendorf-Oberschule in Aschendorf ist bereits gut gefüllt. 650 interessierte Bürger finden bei der heutigen Informationsveranstaltung Platz. In wenigen Minuten geht es los.
Christoph Schillingmann
24. November 2015 18:56
Vor zwei Wochen hatte die Kreisverwaltung offiziell bekannt gegeben, seine zentrale Unterkunft für die Erstaufnahme von bis zu 1000 Flüchtlingen in den Hallen der ehemaligen ADO-Gardinenwerke in Aschendorf einzurichten. Die ersten Flüchtlinge werden nach diversen Umbauarbeiten für Mitte Januar erwartet. Im Gegenzug sollen die Sporthallen in Lingen, Meppen und Sögel ab Anfang Februar wieder für den Schul- und Vereinssport zur Verfügung stehen.
Gerd Schade
24. November 2015 19:00
Die Gäste, die keinen Platz mehr in der Aula gefunden haben, können die Redebeiträge auf einer Leinwand vor dem Eingang verfolgen.
Christoph Schillingmann
24. November 2015 19:01
Der Strom hält an. Vor dem Gebäude steht ein Schild: Schule ohne Rassismus.
Dirk Hellmers (noz-Reporter)
24. November 2015 19:02
Es geht los. Landrat Reinhard Winter (CDU) begrüßt die Gäste.
Christoph Schillingmann
24. November 2015 19:04
Folgender Programmablauf ist vorgesehen: Zunächst wird Landrat Reinhard Winter (CDU) die Hintergründe erläutern, dann sind Grußworte des Papenburger Bürgermeisters Jan Peter Bechtluft und Ortsbürgermeister Friedhelm Führs (beide CDU) vorgesehen. Dezernent Marc-André Burgdorf wird die künftige Notunterkunft vorstellen. Im Anschluss ist eine Podiumsdiskussion mit den Genannten vorgesehen, erweitert um den Leiter der Polizeiinspektion Emsland/Grafschaft Bentheim und den Geschäftsführer des Deutschen Roten Kreuzes Emsland, Thomas Hövelmann.
Gerd Schade
24. November 2015 19:05
Bevor es aber richtig losgeht, meldet Winter den Fund einer Geldbörse. Er übergibt sie schmunzelnd in sichere Hände - die des PI-Leiters Brüggemann.
Gerd Schade
24. November 2015 19:05
Das Thema Asyl ist laut Winter im Emsland angekommen. Aufgrund des Amtshilfeersuchens des Landes Niedersachsen sei schon viel gearbeitet worden.
Christoph Schillingmann
24. November 2015 19:09
Landrat Reinhard Winter steht am Rednerpult.
Dirk Hellmers (noz-Reporter)
24. November 2015 19:10
Das Interesse ist enorm. Dutzende Besucher haben nur noch einen Stehplatz ergattern können. Demnach dürften inzwischen weit mehr als 700 Menschen in der Heinrich-Middendorf-Schule sein.
Gerd Schade
24. November 2015 19:10
Selbst Stehplätze sind knapp.
Dirk Hellmers (noz-Reporter)
24. November 2015 19:11
Winter sagt, dass das Land 13.000 Plätze geschaffen hat. Allein im Emsland seien es 1000.
Christoph Schillingmann
24. November 2015 19:13
Winter lobt das Ehrenamt für das geleistete Engagement. "Die Emsländer halten zusammen, wenn es drauf ankommt."
Christoph Schillingmann
24. November 2015 19:16
Winter: "Wir werden den Menschen, die zu uns kommen, Hilfe bieten." Zu unterscheiden sei zwischen den Menschen, die aufgrund des Amtshilfeersuchens hierher kommen, und denen, die nach der quotalen Zuweisung in den Städten und Gemeinden untergebracht würden.
Christoph Schillingmann
24. November 2015 19:20
Aktuell beziehen nach den Worten des Landrates mehr als 3000 Menschen Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz. Bis Jahresende müsse das Emsland weitere 1000 Flüchtlinge aufnehmen.
Gerd Schade
24. November 2015 19:22
Bundesweit sollen bis Jahresende in 2015 voraussichtlich eine Million Asylanträge gestellt werden.
Gerd Schade
24. November 2015 19:23
Enorm kommentiert ein Zuhörer die Prognose vom Landrat. Eine Million Flüchtlinge werden in 2015 in Deutschland erwartet.
Dirk Hellmers (noz-Reporter)
24. November 2015 19:24
In den Notunterkünften in Lingen, Meppen und Sögel ist es laut Winter ein friedliches Miteinander.
Christoph Schillingmann
24. November 2015 19:24
Nach insgesamt drei Amtshilfeersuchen des Landes Niedersachsen an den Landkreis war die Zahl der Erstaufnahmeplätze im Emsland im Oktober innerhalb von gut einer Woche auf 1000 gestiegen. Die Erstaufnahme von Flüchtlingen ist nicht zu verwechseln mit der quotalen Zuweisung an die Kommunen, die das Land Niedersachsen nach einem festgelegten Verteilungsschlüssel vornimmt.
Für die Erstaufnahme hatte die Kreisverwaltung zunächst die Sporthallen der Berufsbildenden Schulen (BBS) in Meppen, die Turnhallen des Gymnasiums Georgianum in Lingen sowie die kreiseigene Turnhalle der BBS Lingen (kaufmännische Fachrichtungen) als Notunterkünfte hergerichtet.
In einem weiteren Schritt kam die Sporthalle der Schule am Schloss in Sögel hinzu. Dort trafen vor gut zwei Wochen über Meppen die ersten Flüchtlinge ein. Der Schulsport wurde in umliegende Hallen verlegt.
Gerd Schade
24. November 2015 19:27
Der Landrat erklärt, dass man mit der Einrichtung der zentralen Notunterkunft in Aschendorf bisherige Doppelstrukturen vermeiden möchte. Damit solle auch das Ehrenamt entlastet werden.
Christoph Schillingmann
24. November 2015 19:28
Der Landkreis hatte im ganzen Emsland mit einem „Erkundungstrupp“ mehrere Objekte geprüft. Zur engeren Auswahl gehörten außer ADO, Gebäude von Metabo in Meppen, Coca-Cola in Haselünne sowie eine Liegenschaft der Bundeswehr in Haren-Emmeln. Laut Kreisverwaltung hatte sich der Trupp vorwiegend auf leer stehende Gewerbehallen und große Flächen konzentriert. „Schlussendlich sind die ADO-Hallen am besten geeignet“, sagt Winter.
Gerd Schade
24. November 2015 19:29
Winter übergibt das Wort an Papenburgs Bürgermeister Jan Peter Bechtluft (CDU).
Christoph Schillingmann
24. November 2015 19:31
Die Politik hört in der ersten Reihe dem Landrat zu.
Dirk Hellmers (noz-Reporter)
24. November 2015 19:33
Laut Bechtluft steht nicht nur Aschendorf, sondern die gesamte Stadt Papenburg und der Landkreis Emsland vor einer großen humanitären Herausforderung.
Christoph Schillingmann
24. November 2015 19:33
Nun spricht Papenburgs Bürgermeister Jan Peter Bechtluft.
Dirk Hellmers (noz-Reporter)
24. November 2015 19:36
Bechtluft: "Die Sorgen der Bürger nehmen wir ernst." Dazu solle auch der heutige Abend in Aschendorf dienen.
Christoph Schillingmann
24. November 2015 19:40
Aschendorfs Ortsbürgermeister Friedhelm Führs (CDU) steht nun am Rednerpult. Er spricht von einer "wichtigen Veranstaltung".
Christoph Schillingmann
24. November 2015 19:41
Führs räumt ein, dass er "natürlich nicht sofort begeistert" war, als die Entscheidung für die ADO-Hallen fiel.
Gerd Schade
24. November 2015 19:44
Führs zieht einen Vergleich: "In der 120-Seelen-Gemeinde Sumte sind 660 Flüchtlinge untergebracht. Wenn die das in Sumte schaffen, dann müssen wir das in Aschendorf auch schaffen."
Christoph Schillingmann
24. November 2015 19:45
Führs spricht am Podest.
Dirk Hellmers (noz-Reporter)
24. November 2015 19:48
Führs: "Wir wünschen uns, dass uns diese Einrichtung Chancen und Möglichkeiten eröffnet."
Christoph Schillingmann
24. November 2015 19:49
Zu den ADO-Hallen: Auf dem seit der Insolvenz der größten ADO-Nachfolgefirma Deutsche Textilfabrik (DTF) im vergangenen Jahr liegt das frühere Produktionsgelände der Gardinenwerke größtenteils brach. Schon seit einigen Jahren nutzt die Firma Jansen Tore aus Surwold einen Teil der Hallen. In einem anderen Teil hat derweil einer der Söhne des Firmengründers Hubert Wulf einige Maschinen wieder ans Laufen gebracht. Mit einer kleinen Mannschaft aus langjährigen ADO-Mitarbeitern hatte Andreas Wulf damit begonnen, unter dem Firmennamen Lysander und mit einem eigenen Patent auf einer Fläche von 1500 Quadratmetern bedruckte Fadengardinen zu produzieren.
Gerd Schade
24. November 2015 19:50
Nun spricht der emsländische Kreisdezernent Marc-André Burgdorf.
Christoph Schillingmann
24. November 2015 19:53
Die Notunterkunft wird vom DRK betrieben werden. Büros werden außerdem für die Polizei benötigt.
Gerd Schade
24. November 2015 19:55
Burgdorf zufolge wird Aschendorf keine staatliche Außenstelle von Bramsche, der Erstaufnahmeeinrichtung des Landes.
Christoph Schillingmann
24. November 2015 19:55
Auch auf der Treppe hören die Besucher interessiert zu. Ohnehin ist es sehr leise, wenn auf dem Podium gesprochen wird.
Dirk Hellmers (noz-Reporter)
24. November 2015 19:56
Als Grundlage für ein Asylverfahren soll bei Ankunft der Flüchtlinge eine offizielle Registrierung erfolgen.
Gerd Schade
24. November 2015 19:57
Außerdem soll es Gesundheitsuntersuchungen und eine regelmäßige Ärztesprechstunde geben.
Gerd Schade
24. November 2015 19:58
Für den Betrieb sind 66 Vollzeitstellen des DRK im Plan.
Gerd Schade
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