Integration über den Sport 25 Flüchtlinge spielen bei BW Papenburg Fußball

Der Integration von Flüchtlingen über den Sport hat sich der SC Blau-Weiß 94 Papenburg verschrieben. Foto: Kreisportbund EmslandDer Integration von Flüchtlingen über den Sport hat sich der SC Blau-Weiß 94 Papenburg verschrieben. Foto: Kreisportbund Emsland

Papenburg. Immer mehr Flüchtlinge kommen nach Deutschland und suchen Schutz vor dem Krieg in der Heimat. Hier angekommen, treffen sie auf weitere Hindernisse, wie eine neue Sprache und eine neue Kultur. „Integration“ ist das Wort, dass derzeit am häufigsten in diesem Zusammenhang fällt. Dabei ist Integration nirgendwo leichter als beim Sport.

Das meint Hartmut Strehlau, stellvertretender Schriftführer beim SC Blau-Weiß 94 Papenburg und seit diesem Jahr auch Integrations- und Inklusionsbeauftragter. Er hat ein Fußballtraining für Flüchtlinge organisiert. In Wohneinrichtungen und bei Deutschkursen spricht er die Flüchtlinge an und erzählt von seinem Fußballtraining. Zurzeit betreut er 25 Spieler.

Besonders freut es den Papenburger, dass bereits vier einen Spielerpass haben. Zwei kicken in der zweiten Herrenmannschaft und die anderen beiden in der dritten Herrenmannschaft von Blau Weiß. „Am Anfang war es schwierig, Spielerpässe zu erhalten, aber jetzt ist das kein Problem mehr“, so Strehlau. Er bietet zweimal in der Woche ein Training an – dienstags von 16 bis 18 Uhr und freitags von 15 bis 17 Uhr. Im Training wird Deutsch gesprochen. „Notfalls probieren wir es auch mit Englisch, aber es gab noch keine größeren Verständigungsschwierigkeiten“, sagt Strehlau mit einem Schmunzeln.

Das Team besteht nach seine n Angaben aus 25 Syrern oder syrischen Kurden, lediglich bei einem oder zweien sei zu merken, dass sie früher auch schon Fußball gespielt hätten. „Es ist eine angenehme Arbeit mit den Jungs. Sie sind höflich und vornehm auf dem Platz“ berichtet Strehlau. Integration über den Sport sei der absolut richtige Weg, davon ist er überzeugt.

„Mannschaftssport ist der Kitt der Gesellschaft“, ist sich der Trainer sicher. Auch aus der Bevölkerung erhalte er ein positives Echo mit Sachspenden wie abgelegter Sportkleidung, Trikots oder Fußballschuhen. Unterstützung komme auch von der Stadt und der Ortsgruppe des Deutschen Roten Kreuzes. „Wir freuen uns, dass die Stadt uns den Sportplatz zur Verfügung gestellt hat und hoffen jetzt darauf, dass wir für den Winter auch Hallenzeiten bekommen“, hofft Strehlau.

Er und seine Jungs haben sich auch über die finanzielle Unterstützung des Kreissportbunds Emsland (KSB) und der Egidius-Braun-Stiftung sehr gefreut. Die Trainingsgruppe aus Papenburg konnte dadurch Trainingsmaterialien und Fußballschuhe anschaffen. „Der nächste Schritt ist die Integration der Kinder von Asylbewerbern. Da ist BW Papenburg mit seiner großen Jugendabteilung gefordert. Dies zu leisten, geht jedoch nicht ohne Unterstützung von außen“, erklärt Strehlau.

Der KSB unterstützt Vereine, die mit ihren Aktivitäten Flüchtlingen den Zugang zum Vereinssport ermöglichen. Dieses integrative Engagement geht meist auch einher mit besonderen finanziellen Herausforderungen. Für die Anschaffung von Sportmaterialien stehen Vereinen bis zu 500 Euro zur Verfügung. Weitere Informationen dazu erteilt die Geschäftsstelle des Kreissportbundes Emsland.


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