Diskussion im Bezirksverband Sterbehilfe Thema beim Kolping in Aschendorf

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Diskutierten über das Sterben in Würde: Präses Alfons Heermann, Pfarrer Franz Bernd Lanvermeyer, Gitta Connemann, die stellvertretende Kolping-Bezirksvorsitzende Petra Vosskuhl, Michael Strodt und Bezirksvorsitzender Eberhard Krange. Foto: KolpingverbandDiskutierten über das Sterben in Würde: Präses Alfons Heermann, Pfarrer Franz Bernd Lanvermeyer, Gitta Connemann, die stellvertretende Kolping-Bezirksvorsitzende Petra Vosskuhl, Michael Strodt und Bezirksvorsitzender Eberhard Krange. Foto: Kolpingverband

Aschendorf. Im November berät der Deutsche Bundestag die gesetzlichen Regelungen zur Sterbehilfe. Der Kolping-Bezirksverband Aschendorf-Ostfriesland hat dies zum Anlass genommen, mit Fachleuten ins Gespräch zu kommen.

In seiner Einleitung führte der Bezirksvorsitzende Eberhard Krange aus, dass im Umgang mit sterbenden Menschen entschieden werde, wie ernst die Gesellschaft das Gebot der Menschlichkeit nehme. Das Kolpingwerk beteilige sich aktiv an der gesellschaftlichen Diskussion. Es gehe um die Frage der Selbstbestimmung am Lebensende und um die Auseinandersetzung mit der Frage, wann und wie der Mensch sterben dürfe.

Die CDU-Bundestagsabgeordnete Gitta Connemann wendete sich in ihren Ausführungen gegen jede Form organisierter und kommerzieller Sterbehilfe. Pfarrer Franz Bernd Lanvermeyer sieht bei der Thematik die Angst vor dem Sterben als schlechten Ratgeber. Er bezeichnete es als einen Irrweg der Politik, alle Bereiche des Lebens mit Gesetzen regeln zu wollen. Lanvermeyer sprach sich für eine individuelle, in der Begleitung des Sterbenden zu treffende Entscheidung ein.

Der Ausbau der Palliativmedizin und des Hospizwesens sieht der Krankenhausseelsorger Michael Strodt als wichtiges Element, um mehr Menschen ein Sterben in Würde zu ermöglichen. Aufgrund seiner Erfahrung in der Hospizarbeit empfiehlt der Seelsorger, nicht zu schnell Antworten auf die fundamentalen Fragen zu der Thematik „in Würde sterben“ zu geben.

In der Diskussion wurde auf das Selbstbestimmungsrecht als Patient hingewiesen. Jeder solle die vorhandenen Gestaltungsmöglichkeiten in Anspruch nehmen und Regelungen durch Patientenverfügung, Vorsorgevollmacht oder Betreuungsverfügung nutzen.

Bei den vorgestellten Gesetzesentwürfen, über die im November im Bundestag entschieden werden soll, gab es keine Einigkeit. Auch dieAbgeordnete Connemann zeigt sich bei den Kolpingern als Hörende, die sich in ihrer Entscheidung noch nicht festgelegt hat.

In diesem Zusammenhang wies Diözesansekretär Markus Silies darauf hin, dass das Kolpingwerk Deutschland den „Entwurf des Gesetzes über die Strafbarkeit der Teilnahme an der Selbsttötung“ von den Bundestagsabgeordneten Patrick Sensburg und Thomas Dörflinger unterstütze. Dieser Entwurf werde vom Kolpingwerk als verfassungskonform angesehen und fördere gleichzeitig die guten Erfolge der Palliativmedizin und im Hospizwesen, so Silies.


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