40. Kreuzfahrtschiff aus Papenburg Meyer Werft liefert „Norwegian Escape“ ab


Papenburg. Mit der „Norwegian Escape“ ist am Donnerstag in Bremerhaven das 40. Kreuzfahrtschiff der Papenburger Meyer Werft abgeliefert worden. Der Luxusliner ist der elfte Neubau für den Auftraggeber Norwegian Cruise Line.

Das 326 Meter lange Schiff für die US-Reederei ist eine Weiterentwicklung der 2013 gebauten „Norwegian Breakaway“ und der 2014 abgelieferten „Norwegian Getaway“. Stephan Schmees, Projektleiter für Norwegian Cruise Line bei der Meyer Werft, hat den Bau von der Vertragsunterzeichnung im Oktober 2012 bis zur Ablieferung begleitet und koordiniert.

Schmees greift auf alle Abteilungen der Werft zu und koordinierte den Bauprozess des schätzungsweise 750 Millionen Euro teuren Schiffes. In der „heißen Phase der vergangenen Tage“, wie Schmees es im Gespräch mit unserer Redaktion nennt, habe es umfangreiche Tests und Erprobungen aller Anlagen und Systeme gegeben. „In dieser Woche haben wir immer wieder Übergabemeetings gehabt und die Ablieferungspapiere vorbereitet“, erklärt Schmees. Darin würden letzte offene Punkte festgehalten und die bestellte Ausstattung mit dem letztendlichen Ergebnis dokumentiert.

Mehr Suiten als auf der Getaway

Auch wenn die „Norwegian Escape“ schon wie ein fertiges Kreuzfahrtschiff aussieht, „Restpunkte gibt es immer“, sagt Schmees. Das sei bei einem derart komplexen Projekt aber auch völlig normal. „Sobald Bereiche an Bord fertiggestellt waren, sind sie abgenommen worden. Weil hier aber Menschen arbeiten, kann es aber auch vorkommen, dass irgendwo irgendetwas noch einmal beschädigt wird. Das wird dokumentiert und bis zur Übergabe natürlich wieder in Ordnung gebracht“, erklärt Schmees.

Baulich ist die „Escape“ ihren etwas kleineren Schwestern zwar sehr ähnlich, aber der Luxusliner ist das erste Schiff der sogenannten Breakaway-Plus-Klasse . „Es gibt ein zusätzliches Deck und mehr Suiten im Vergleich zur ,Breakaway‘ und ,Getaway‘“, erklärt Schmees. Für mehr Leistung sorgt auch ein zusätzlicher Motor. Insgesamt fünf Maschinen des Augsburger Herstellers MAN erzeugen 76.800 kW.

Vorstellung in Hamburg

Auf der Brücke, dem Arbeitsplatz von Kapitän Evans Hoyt, sieht es schon sehr aufgeräumt aus. Der US-Amerikaner ist bereits an Bord und hat sich in den vergangenen Tagen mit Werftkapitän Wolfgang Thos mit den technischen Einrichtungen vertraut gemacht. Hoyt hatte bereits 2013 die „Norwegian Breakaway“ als Kapitän mit in Dienst gestellt. Er hat die neue „Norwegian Escape“ am Donnerstmittag aus der Wesermündung manövriert. Von dort nimmt sie Kurs auf Hamburg. In der Elbmetropole wird das Schiff am kommenden Wochenende der Tourismusbranche und Medienvertretern vorgestellt. Von Hamburg aus geht es am Sonntag Kurs in Richtung Southampton, von dort weiter nach Miami. In Florida wird der Luxusliner am 9. November von dem US-Musiker „Pitbull“ getauft.

Wenn die „Norwegian Escape“ auf ihre ersten Fahrten geht, werden noch zehn Mitarbeiter der Meyer Werft und von Lieferanten für eventuelle Garantiefälle an Bord sein. Ein sogenannter „Garantie-Ingenieur“ ist nach Angaben von Schmees für zwölf Monate auf dem Schiff.

Nächstes Projekt in China

Auf der Werft beginnt für Stephan Schmees dann das neue Projekt „Norwegian Bliss“ . Das baugleiche Schwesterschiff der „Escape“ soll im Frühjahr 2017 abgeliefert werden und als erstes Schiff der Reederei in China stationiert und somit speziell für diesen Markt konzipiert werden. „Der Kunde hat die Pläne in der vergangenen Woche vorgestellt, ich habe sie noch nicht gesehen. Das wird sicher ein neues spannendes Projekt“, sagt Schmees.


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