Jubiläum bei Reformierten Papenburger Marktkirche steht seit 50 Jahren

Von Hermann-Josef Döbber

Meine Nachrichten

Um das Thema Papenburg Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.

Die Marktkirche wurde in unmittelbarer Nähe des Papenburger Marktplatzes errichtet, daher leitet sich auch der Name ab. Foto: Hermann-Josef DöbberDie Marktkirche wurde in unmittelbarer Nähe des Papenburger Marktplatzes errichtet, daher leitet sich auch der Name ab. Foto: Hermann-Josef Döbber

Papenburg. Vor nunmehr 50 Jahren bekam am 3. Oktober 1965 die evangelisch-reformierte Gemeinde Papenburg ihre eigene Kirche. Sie ist ein sichtbares Denkmal von Pastor Hans Heikens. Der gebürtige Emder betreute zwischen 1938 bis 1977 nicht nur die großflächige Kirchengemeinde – er brachte auch den Kirchbau auf den Weg.

Bis zum Bau der Marktkirche hatten die Reformierten mit den Lutheranern seit der Einweihung am 23. Februar 1870 die evangelische Kirche (seit 1980 Nikolaikirche) geteilt. Sie gehörte den beiden Konfessionen je zur Hälfte. Am 23. Oktober 1859 war in einem Betsaal an der Friederikenstraße mit Pastor Rudolf Wiesebahn das „selbstständige evangelische Kirchenwesen“ Papenburg gegründet worden. Dieses beflügelte die Hoffnung der evangelischen Bürger auf eine eigene Kirche und einen Pastor und somit sonntägliche Gottesdienste.

Festgottesdienst am Reformationstag

In guter Erinnerung dürfte den Teilnehmern noch der gemeinsame Festgottesdienst am Reformationstag 1999 anlässlich des 140 Jahre langen evangelischen Kirchenwesens sein. Mit dabei war die Osnabrücker Landessuperintendentin Doris Janssen-Reschke. Auch tragen die Reformierten und Lutheraner miteinander Sorge um den Evangelischen Friedhof in Papenburg, auch feiern sie des Öfteren in geschwisterlicher Verbundenheit gemeinsam Gottesdienst.

Kanzel als Mittelpunkt des Gottesdienstes

Den 88 Reformierten im Jahre 1855 in den Orten Papenburg, Aschendorf, Dörpen, Heede und Rhede stehen heute etwa 1450 Gemeindemitglieder im nördlichen Emsland und rund 130 in Mitling-Mark, einem Ortsteil der Gemeinde Westoverledingen, gegenüber. Ihnen ist eine Pfarrstelle mit der Pastorin Bianca Spekker, die im April 2012 die Nachfolge von Pastor Frieder Lenger antrat, zugeordnet.

Den Gläubigen stehen drei Kirchengebäude mit der Kanzel als Mittelpunkt des Gottesdienstraumes zur Verfügung: Ein Gotteshaus in Mitling-Mark, in Papenburg neben der Marktkirche auch die kleine Kirche am oberen Splittingkanal. Die „Splitting-Kirche“, die auch die „Börgermoorer Kapelle“ genannt wird, ist 1912 von niederländischen und ostfriesischen Torfabbau-Spezialisten und Schiffern errichtet worden. Pfarrhaus und Pfarrbüro befinden sich bei der Marktkirche.

Einmalige Atmosphäre am Tag der Einweihung

Der Tag der Einweihung der Marktkirche sei eine für Papenburg einmalige Atmosphäre der Brüderlichkeit gewesen, war vor einem halben Jahrhundert in dieser Zeitung zu lesen. Nicht nur, dass evangelisch-lutherische Geistliche zu diesem Ereignis der evangelisch-reformierten Gemeinde erschienen waren. Auch der Vertreter der größten Kirchengemeinde Papenburgs, Pastor Josef Albers von St. Antonius, war bei der Einweihungsfeier der neuen Kirche der kleinsten Gemeinde Papenburg anwesend, hieß es ergänzend.

Pelikan-Symbol an der Stirnwand

Der unübersehbare Hinweis „Vivimus ex uno“ („Wir leben von einem“) steht seitdem zusammen mit dem vom örtlichen Schmiedemeister Josef Kuhr hergestellten Pelikan-Symbol an der Stirnwand im Kircheninnern. Der Satz passte nicht nur für das Gotteshaus. „Wir scheiden als Brüder“, sagte Pastor Fritz Hill von der evangelisch-lutherischen Gemeinde dem Zeitungsbericht zufolge zum Auszug der evangelisch-reformierten Christen aus dem Gotteshaus am Hauptkanal gegenüber der Richardstraße.

Betreffliche Bezeichnung für den Namen der Kirche

Die Predigt im Einweihungsgottesdienst hielt Landessuperintendent Dr. Gerhard Nordholt. Mit dem Namen „Marktkirche“ habe die Gemeinde eine sehr treffliche Bezeichnung gewählt, betonte Nordholt. Die neue Kirche müsse eine Kirche am Markt der Welt sein, immer offen für ein Gespräch. Pastor Hans Heikens nannte die Zeit, in der die reformierte Gemeinde mit den evangelisch-lutherischen Gläubigen den Raum einer Kirche teilten, eine gute Schule der Selbstbescheidung.

Dritte Kirche in Papenburg

Die Marktkirche war 1965 die dritte Kirche, die innerhalb von acht Jahren in Papenburg gebaut wurde. Am 1. Mai 1957 war die St. Marien-Kirche an der Birkenallee, am 13. November 1960 die Erlöserkirche an der Barenbergstraße geweiht worden.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN