Papenburger Umweltausschuss tagte Masterplan Ems: Vellager Polder beschlossene Sache

Der 20 Hektar große Pilotpolder an der Tunxdorfer Schleife soll bis Ende 2016 fertig sein. Foto: Mirco MoormannDer 20 Hektar große Pilotpolder an der Tunxdorfer Schleife soll bis Ende 2016 fertig sein. Foto: Mirco Moormann

Papenburg. Gegen die Verschlickung der Ems soll ein Polder, also ein Tidespeicherbecken, mit einer Fläche von 20 Hektar an einem Altarm des Flusses an der Tunxdorfer Schleife angelegt werden. Dort soll der Schlick aufgefangen werden. Das Pilotprojekt ist Teil des Masterplans Ems 2050. Der Umweltausschuss des Papenburger Stadtrates hat dem Bau zugestimmt. Ökologische Bedenken hinsichtlich des Naturschutzgebietes waren am Rande Thema.

Baubeginn für den Polder Vellage an der Tunxdorfer Schleife soll im Juli 2016 sein. Das teilte Projektleiter Dirk Post vom Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) bei der Sitzung des Umweltausschusses mit. Das Projekt solle zunächst bis 2018 laufen. Bis dahin sei laut dem Masterplan Ems 2050 eine fertige Machbarkeitsstudie vorgesehen. Danach werde die Fläche womöglich ein Polder bleiben.

Das nierenförmige Areal befinde sich oberhalb Papenburgs, so Post. Im Polder soll sich Schlick aus der Ems ablagern , daher müsse die Fläche ausgehoben werden, bis sie auf zwei bis zweieinhalb Meter unter Normalnull liege. Dadurch entstehe eine 20 Hektar große Wasserfläche anstelle der bisherigen Insel an der Tunxdorfer Schleife. Der Erdaushub solle laut Post landwirtschaftlich genutzt werden, wie der aufgefangene Schlick verwertet werde, sei noch unklar.

Markus Schepers (FDP) sowie Petra Behnes (CDU) erkundigten sich nach der Auswahl des Gebietes, das seit Jahrzehnten ein Naturschutzgebiet ist. Helmut Dieckschäfer vom NLWKN, der den naturschutzfachlichen Teil des Projekts betreut, erklärte: „Das Gebiet hat sich negativ verändert.“ Seit 1997 seien die Flächen regelrecht aufgewachsen, viel Gehölz sei entstanden und das ganze Gebiet sei voller Blaukehlchen. Das Areal habe sich so verändert, „wie wir das gar nicht wollen“, sagte der Sachverständige. Nach der Fertigstellung des Polders werde die naturschutzflächige Wertigkeit wieder steigen, weil das Gebiet in seinen alten Zustand zurückversetzt wird, fasste Bürgermeister Jan Peter Bechtluft (CDU) zusammen. Die Flächen seien ihm zufolge ohnehin „für uns wirtschaftlich nicht verwertbar“.

Vornehmlich habe die Auswahl der Projektfläche aber eigentumsrechtliche Gründe, weil keine alternativen Flächen zu erwerben waren.

Auf Maureen Bammings (SPD) Frage nach der künftigen Notwendigkeit von Baggerarbeiten in der Ems antworte Post: „Der Polder wird nicht dazu führen, dass man nicht mehr baggern muss. Ein bisschen gebaggert werden müssen wird immer. Das ist so bei Gewässern“.

Neben dem Becken an der Tunxdorfer Schleife kämen laut Post zwei weitere Gebiete in Westoverledingen sowie ein Areal auf der Rheiderländer Seite in Betracht.

Das Anlegen eines Polders ist eine von drei Varianten, die im Masterplan zur Verbesserung der Wasserqualität der Ems vorgesehen sind. Abgesehen vom Tidespeicherbecken wird außerdem über eine Sohlschwelle versucht, den Schlick abzufangen, ebenso durch die Tidesteuerung am Emsperrwerk Gandersum . Für diese beiden Projekte muss laut dem Plan jeweils bis Ende 2016 eine Machbarkeitsstudie vorliegen.


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