Ferienakademien für Begabte Papenburg: Mehr sehen als andere Schüler


Papenburg. In den Herbstferien öffnet die achte Nordmetall-Junior-Akademie in Papenburg ihre Tore. Dann kommen rund 80 Schüler aus ganz Niedersachsen in die Historisch Ökologische Bildungsstätte. Sie wollen sich freiwillig acht Tage lang mit Lehrern und anderen Schülern treffen, um zu lernen.

Die Deutschen Junior-Akademien sind ein außerschulisches Programm zur Förderung besonders interessierter Schüler der Sekundarstufe I. Anders als Leistungssportler oder musikalische Talente gibt es für intellektuell besonders befähigte Jugendliche kaum Angebote außerhalb der Schule. Seit 2003 wird ein Programm speziell für solche Mädchen und Jungen ermöglicht. In Niedersachsen gibt es insgesamt vier Akademien, berichtet Thomas Südbeck, Leiter der HÖB und der Nordmetall-Junior-Akademie, eine davon ist die in Papenburg. Seit 2008 haben etwa 560 Schülerinnen und Schüler Ferientage in der Bildungsstätte verbracht und sich thematisch mit Naturwissenschaften, Politik und Kunst befasst.

In diesem Jahr wird die Akademie in der Zeit vom 16. bis 23. Oktober geöffnet sein. Die Bewerbungsfrist für dieses Jahr ist bereits abgelaufen. Aber wer sich für eine Teilnahme im kommenden Jahr interessiert, sollte im März 2016 über seine Schule Infomaterial bei der HÖB anfordern. Teilnehmen können Schüler der Jahrgangsstufen 8, 9 oder 10 an Gymnasien oder Gesamtschulen. Sie sollten ein besonderes Interesse vorweisen sowie eine Empfehlung eines Lehrers. Ihre Bewerbungen müssen die Schüler selber schreiben.

Das Team der Kursleiter weist eine große Kontinuität auf, freut sich Thomas Südbeck, der als Leiter der HÖB gleichzeitig für die Organisation verantwortlich zeichnet. Veranstalter sind außerdem das Kultusministerium des Landes Niedersachsen und die Nordmetall-Stiftung , die seit sechs Jahren als Sponsor auch Namensgeber der Akademie ist.

Angeboten werden jeweils zwölf Plätze in sieben Kursen. In diesem Jahr geht es um Theorien zum Licht, um Ökologie und Fotografie, Robotik und 3D-Druck. Bei den Themenbereichen Politik stehen Zuwanderung, Flucht und Asyl auf dem Programm, die Philosophen ergründen das Thema Meinung. Im Fachbereich Kunst drehen sich die Ferientage um Bücher ohne Grenzen, die musisch begabten Schüler erproben sich darin, Klangbilder selbst zu erfinden.

Die Jugendlichen im Alter zwischen 13 und 16 Jahren, übrigens sind es in der Mehrzahl meist Mädchen, sollen darüber hinaus aber auch in kursübergreifenden Aktivitäten Gemeinschaft erleben. „Es gibt jeden Tag ein oder zwei Zeitfenster,“ erklärt Thomas Südbeck, in denen Sport getrieben werden kann oder Improvisationstheater ausprobiert. „Da nehmen wir auch die Anregungen der Jugendlichen auf,“ versichert der Akademieleiter.

Exkursionen, die je nach besuchtem Kursus in eine Firma in ein Museum oder in die Natur führen, vertiefen die Eindrücke. Am letzten Tag ist es die Aufgabe der Schüler, ihre Ergebnisse zu präsentieren. Dazu werden die Förderer und die Lehrer der entsendenden Schulen eingeladen. Vor etwa 20 Gästen seine Arbeit zu präsentieren, ist sicher eine ganz eigene Herausforderung für die Jungen und Mädchen. Sie dürfen die Präsentation in gedruckter Form für ihre Unterlagen mit nach Hause nehmen.

Die Junior-Akademie ist nicht die einzige Möglichkeit für Jugendliche, sich außerhalb der Schule zu bilden. Ein weiteres Beispiel ist die JGW-NachhaltigkeitsAkademie i, eine Schülerakademie zum Oberthema Klimawandel. JGW steht dabei für Jugendbildung in Gesellschaft und Wissenschaft e.V. Besonders engagierte SchülerInnen der Oberstufe arbeiten unter Anleitung von Studenten und jungen Berufstätigen wissenschaftlich an Fragestellungen rund um den Klimawandel. Die JGW-NachhaltigkeitsAkademie wird seit 2009 jährlich im Sommer in Kooperation mit der Deutschen SchülerAkademie veranstaltet.

Die NachhaltigkeitsAkademie 2015 hat August wieder in Papenburg 90 SchülerInnen und 15 KursleiterInnen zusammen geführt. Gemeinsam haben sie zwei Wochen in der Historisch-Ökologischen Bildungsstätte verbracht, haben gearbeitet, diskutiert, gelacht und neue Bekanntschaften geschlossen.


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