Ausstellung in Papenburg Amnesty setzt sich für Frauen aus dem Iran ein

Von Dirk Hellmers

Hoffen auf viele Besucher: Jan Peter Bechtluft, Natascha Hartleif (Geschäftsführerin der VHS) und Gerold Siemer (von links). Foto: Dirk HellmersHoffen auf viele Besucher: Jan Peter Bechtluft, Natascha Hartleif (Geschäftsführerin der VHS) und Gerold Siemer (von links). Foto: Dirk Hellmers

Papenburg. Verfolgt und weggesperrt: Das Schicksal von zwölf iranischen Frauen, die sich gegen das Regime in ihrem Land zur Wehr setzten, ist das Thema einer Ausstellung in der Villa Dieckhaus in Papenburg. Von jeder Frau hängen ein Foto und ein Porträt in der Eingangshalle.

Initiator ist die Papenburger Gruppe von Amnesty International. Deren Vorsitzender Gerold Siemer klagt den iranischen Präsidenten Hassan Rohani an, der einst ein Hoffnungsträger für mehr Menschenrechte gewesen sei. Die Lage habe sich aber nur wenig verbessert. „Menschen werden durch die Gesetzgeber alltäglich diskriminiert“, so Siemer. Zu den gefährdeten Personen zählen nach seinen Angaben vor allem Journalisten und Blogger. Wie Narges Mohammadi. Die Journalistin wurde mehrfach verhaftet, aufgrund einer Erkrankung dann aber aus dem Gefängnis entlassen. Seit Mai 2015 ist sie erneut in Haft. Für ihre Freilassung setzt Amnesty ein. Genauso wie für Bahareh Hdayat, eine Studentin, die für Gleichberechtigung kämpft.

Sie und weitere Frauen werden unter dem Titel „Irans Herz schlägt“ vorgestellt. „Eigentlich ist der Titel falsch“, sagt Siemer. Es müsse heißen: „Irans Herz schlägt noch“, so der Papenburger, da auch die Zahl der Hinrichtungen in den vergangenen Jahren gestiegen sei. Die Ausstellung soll zugleich zeigen, dass Frauen nicht nur in der Opferrolle sind. Papenburgs Bürgermeister Jan Peter Bechtluft (CDU) sagte bei der Eröffnung der Ausstellung, dass diese Frauen ein „mutmachendes Beispiel“ seien. „Wir müssen dafür unseren Blick schärfen, auch in Papenburg.“

Dass auch die Arbeit in Papenburg etwas bringt, begründet Siemer mit einem Briefmarathon aus dem Dezember desvergangenen Jahres. Die Gruppe aus der Kanalstadt hatte sich für Moses Akatugba aus Nigeria eingesetzt. Dafür hatten die Amnesty-Mitglieder auch auf dem Weihnachtsmarkt geworben. Akatugba ist mittlerweile aus der Haft entlassen worden.

Die Ausstellung „Irans Herz schlägt“ ist bis Ende September im Foyer der Volkshochschule vor der Bücherei zu sehen. Der Eintritt ist frei.

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