Ursprung durch Wohnsitz am Kamp? Der Name Kamping in Holland häufiger als im Emsland

Von Winfried Breidbach

Mit Camping hat die Entstehung des Nachnamens Kamping nichts zu tun. Symbolfoto: dpaMit Camping hat die Entstehung des Nachnamens Kamping nichts zu tun. Symbolfoto: dpa

Papenburg. Der Nachname Kamping wird in Deutschland von etwa 120 Personen getragen, von denen mehr als die Hälfte in den benachbarten Kreisen Steinfurt und Emsland lebt.

Unser Leser Hermann Kamping aus Emsbüren vermutet einen Zusammenhang von Kamping mit dem Namen Kampling. Margret Rolfes aus Papenburg, deren Geburtsname Kampling früher auch Campelinck geschrieben wurde, meint, dass Kampling zur Flurbezeichnung Kamp gehören könnte.

In den Niederlanden ist der Name häufiger. Die 400 Namensträger dort sind vor allem in der Provinz Drenthe zu finden. Im Nachbarland findet sich auch die seltene Schreibvariante Camping, die es früher auch in Deutschland gab, belegt beispielsweise durch 1657 „Thrina Camping“, 1718 „Johan Campink“ und 1728 „Greete Campinck“ (alle in Burgsteinfurt). Weitere Schreibweisen wie Kampinck (1646 „Catharina Kampinck“ in Darfeld) oder Kampping (1718 „Anna Maria Kampping“ in Hülscheid) sind heute ausgestorben.

Kamping ist zweifellos mit der namenbildenden Silbe -ing „Sohn/Nachkomme von ...“ von Kamp- abgeleitet. Dieser verbleibende Namenstamm ist zweideutig. Einerseits kann er, wie unsere Leserin vermutet, zum Wort Kamp „Landstück, Weide- oder Ackerland usw.“ gehören. Dann läge ein auf den Wohnsitz am Kamp bezogener Wohnstättenname vor, vergleichbar mit den Namen Bröcking, Büsching, Hölting, Höveling, Hörsting, die ebenfalls von Stellennamen ausgegangen sind.

Andererseits kann ein alter Rufname zugrunde liegen, der in Formen wie Campo, Kampo, Kampe, Kempe seit dem 8. Jahrhundert bezeugt ist. Der Rufname gehört zum mittelniederdeutschen Wort kampe, kempe „Kämpfer, Krieger“. Dieser Name war insbesondere bei den Friesen beliebt, ist aber auch andernorts nachzuweisen, dazu einige Beispiele: 1353 „Camp van Ysenebutle“ (Salzgitter-Salder), 1365 „Campe Tolonig“ (Braunschweig), 1398 „Campo Ukana“ (Langen/Geestland).

In den Niederlanden gibt es neben Kamping den Namen Kampinga. Die friesische Endung -inga entspricht niederdeutsch und holländisch -ing. Da die Namen mit -inga fast ausschließlich zu Rufnamen gebildet wurden, wird Kamping eher zum Rufnamen Kampo als zum Stellennamen Kamp gehören.

Auch der im Emsland verbreitete Name Kampling (400 Namensträger) dürfte eher mit -ling vom Rufnamen Kampo abgeleitet sein. Vergleichbar sind Namen wie Elberling, Walterling, Wilkerling. Ein alte Belege von Kamping ist zum Beispiel: 1298 „Campinge“ (Deurningen/Overijssel).


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