Namensursprung eindeutig Strohschnieder vor allem im Emsland verbreitet

Von Winfried Breidbach

Der Ursprung des Namens Strohschnieder ist eindeutig geklärt und hat – wenig überraschend – mit Stroh zu tun.Symbolfoto: dpaDer Ursprung des Namens Strohschnieder ist eindeutig geklärt und hat – wenig überraschend – mit Stroh zu tun.Symbolfoto: dpa

Papenburg. Der Ursprung des Namens Strohschnieder ist eindeutig geklärt und hat – wenig überraschend – mit Stroh zu tun. Verbreitet ist vor allem im Emsland

Leser Hans-Gerd Nee aus Papenburg interessiert sich für den in seiner Familie vorkommenden Familiennamen Strohschnieder.

Etwa 85 Prozent der rund 200 Träger des Namens Strohschnieder leben in den benachbarten Landkreisen Emsland, Leer und Cloppenburg, wobei sich die stärkste Konzentration im Emsland abzeichnet. Der mit etwa 480 Namensträgern deutlich häufigere Familienname Strohschneider dagegen findet sich in allen Regionen Deutschlands, überwiegend im hochdeutschen Sprachgebiet. Die Namenvariante Strosnider ist fast ausgestorben und heute nur noch durch einen Telefonanschluss nachzuweisen.

Selten: Stroosnier

Das Verhältnis dieser drei Namensformen zueinander ist klar zu bestimmen: Strohschneider ist die hochdeutsche und auch standardsprachliche Form des Namens, während in Strohschnieder und Strosnider niederdeutsche Formen vorliegen. In den benachbarten Niederlanden gibt es diese Namen nicht, dort finden sich aber die holländischen Entsprechungen Stroosnijder und Stroosnyder mit zusammen 260 Namensträgern. Ferner kommt dort noch der seltene Familienname Stroosnier hinzu, bei dem -snier mit typisch niederdeutsch-niederländischem Schwund von -d- aus -snider abgeschliffen wurde.

Historisch ist der Name seit dem 15. Jahrhundert vielfach belegt, zum Beispiel durch: 1491 „Strosnider“ (Grünberg), 1498 „Hinrick Strosnyder“ Telgte), 1499 „Herman Strosnyder“ (Warendorf), 1499 „Dyryck Strosnyder“ (Dortmund), 1502 „Albert Strosnider“ (Oldenburg), 1515 „Barwert Strosnider“ (Alfeld), 1523 „Peter Sthroschneider“ (Maulbronn), 1535 „Gurg Strohschneider“ (Mährisch Trübau), 1536 „Ludecke Stroesnider“ (Störmede), 1536 „Herman Strosnyder“ (Wiehagen), 1565 „Hanß Stroschneider“ (Kaiserslautern), 1568 „Joh. Stroschnider“ (Bakum).

Identisch mit Berufsnamen

Der Familienname ist identisch mit einem Berufsnamen, der im Mittelalter im gesamten deutschen Sprachgebiet gleichförmig „strôsnîder“ lautete. Im Hochdeutschen wurde daraus Strohschneider, während im Niederdeutschen der alte Langvokal -î- generell erhalten blieb. Der Anlaut Sn- von Snîder blieb regional bis heute erhalten (Strosnider), zumeist aber wurde Sn- wie im Hochdeutschen zu Schn- (Strohschnieder).

Der Ursprung des Nachnamens ist eindeutig geklärt, der Berufsname aber bezog sich auf zwei verschiedene Tätigkeiten: Einerseits war ein Strohschneider jemand, der das Stroh zu Häcksel schnitt, das dann an die Stalltiere verfüttert wurde. Andererseits arbeiteten Strohschneider auch beim Hausbau und schnitten das für die Strohdächer benötigte Stroh zurecht.