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10.08.2015, 05:37 Uhr DEBATTE UM KONZERNVERLAGERUNG

Zum Gutachten der Meyer Werft: Nicht vergessen

Kommentar von Gerd Schade

Die Steuern der Meyer Werft fallen trotz Konzernverlagerung nach Luxemburg weiterhin in Papenburg an, urteilen Gutachter im Auftrag der Werft. Symbolfoto: dpaDie Steuern der Meyer Werft fallen trotz Konzernverlagerung nach Luxemburg weiterhin in Papenburg an, urteilen Gutachter im Auftrag der Werft. Symbolfoto: dpa

Papenburg. Laut einem Gutachten spart die Papenburger Meyer Werft durch die Konzernverlagerung nach Luxemburg keine Steuern. Damit scheint die Rechnung der Schiffbauer aufzugehen.

Denn in der Debatte um den Umzug der Konzernmutter haben zunächst die Arbeitnehmervertreter ihren Kampf um einen Aufsichtsrat aufgegeben. Nun wäscht ein Gutachten die emsländischen Schiffbauer von den anhaltenden Vorwürfen der Steuerflucht rein.

Zwar hat die Werft selbst die Expertise in Auftrag gegeben. Und doch steht das Wirtschaftsministerium nach seiner anfänglichen Flutwelle der Entrüstung inklusive des Rapports von Werftchef Bernard Meyer durch Minister Olaf Lies zu einem Krisengipfel in Emden schlecht da. Kein Wunder, dass die CDU im Landtag diese Steilvorlage nutzt und verbal auf den politischen Gegner eindrischt, indem sie von einer „Klatsche“ für den Wirtschaftsminister tönt.

Allerdings hatten noch im März führende CDU-Landespolitiker die Zustimmung für den nach zähem Ringen denkbar knapp gebilligten Masterplan Ems zwischenzeitlich leichtfertig aufs Spiel gesetzt. Das sollten die Christdemokraten in Hannover nun nicht vergessen. Auch sie mussten am Ende mehr oder weniger kleinlaut zurückrudern. Denn ein Scheitern hätte die Überführung von Kreuzfahrtschiffen aus Papenburg gefährdet.


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