Kinder aus Gomel zu Gast Drei Wochen Emsland für die Gesundheit

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Papenburg. Ein Dank an die Gastfamilien stand im Mittelpunkt des gemeinsamen Abschiedsgrillens für die 39 Kinder und ihre zwei Betreuerinnen, die für drei Wochen das nördliche Emsland besucht haben. Der Verein, der den Aufenthalt seit Jahren organisiert und finanziell ermöglicht, setzt sich darüber hinaus für die Instandsetzung von Kinderheimen und Krankenhäusern in der Region Gomel ein.

Rundum zufrieden mit dem diesjährigen Verlauf der Ferienaktion zeigte sich Benno Freitag, der Vorsitzende des Kultur- und Fördervereins der Region Tschernobyl/Gomel. „Wir versuchen, immer etwas Abwechslung im Programm zu bieten, denn es gibt ja Kinder und Gastfamilien, die schon seit mehreren Jahren dabei sind.“ Darum freute sich Freitag sehr über die Einladung des Vereins Leher Pünte.

In Lehe wurden die Kinder aus Gomel und ihre Gastfamilien in zwei Gruppen aufgeteilt und während sich die erste Gruppe mit dem Planwagen zu „Bienenrudi“ Rudolf Jansen aufmachte, legte die zweite Gruppe das Püntenpatent ab.

Bei Imkermeister Rudolf Jansen erlebten die Kinder, wie echter Bienenhonig hergestellt wird und wie ein Wespennest aussieht. „Das war ein schöner Tag in Lehe, ein Riesenspaß, die Kinder haben etwas gelernt und eine süße Belohnung bekommen,“ bedankt sich Freitag im Namen des Kulturvereins.

Kinder erholen sich gut

Ein Ausflug in den Freizeitpark in Slagharen und viel Spiel und Spaß in den Gastfamilien stand außerdem auf dem Ferienprogramm. „Die Kinder erholen sich gut in dieser Zeit,“ freute sich Freitag.

Dass das auch fast 30 Jahre nach der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl dringend nötig ist, verdeutlichte der Aschendorfer Vereinschef mit folgenden Zahlen: Vor dem Unfall gab es keinen einzigen Fall von Schilddrüsenkrebs in Gomel. Jetzt erkranken jährlich rund 40 Kinder an dem Karzinom. Die Ärzte stellen bei 40 Prozent aller Kinder Veränderungen der Schilddrüse fest.

Weitere Erkrankungen sind Diabetes, Erkrankungen des Blutkreislaufs und der Atemwege. „60 Prozent aller Kinder werden heute krank geboren, 20 Prozent sind schwerstbehindert“, verdeutlicht Freitag.

Die Kinder, die ins Emsland kommen, sind nur leicht erkrankt, sonst könnten sie die 32-stündige Reise nicht antreten. Viele von ihnen sind aber indirekt betroffen, dadurch, dass Eltern erkrankt oder verstorben sind.

Ein paar unbeschwerte Tage

Der Verein organisiert darum ein paar unbeschwerte Tage und versorgt die Kinder bei Bedarf auch mit gebrauchter Kleidung.

„Jede Spende kommt zu 100 Prozent den Kindern zugute,“ versichert der Aschendorfer. Drei Jahre lang haben die Mitglieder ein Kinderkrankenhaus unterstützt, nun ist haben sie sich ein Heim vorgenommen, das laut Freitag in einem desolaten Zustand ist: „Da ist nichts mehr heil.“ Etwa 100 behinderte Kinder im Alter vom Neugeborenen bis 14 Jahre leben dort.

Eine Jahresmitgliedschaft im Kulturverein kostet 50 Euro. Wer beitreten oder Spenden möchte, erhält weitere Informationen bei Schriftführerin Ricarda Ismani unter 04962/20500.


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