Leider kein Bild vorhanden
05.08.2015, 16:48 Uhr LEBEN IN EINER KNEIPE

Kluser Asylbewerber: Von der Vision zur Illusion


Der Billardtisch ist ein Relikt in der geschlossenen Gaststätte. Zurzeit leben dort Erald Josifi (links), Rudin Corbexhi (Dritter von links) und Erion Laraku (rechts). Oison Kaja (Zweiter von links) ist inzwischen wieder zu Hause. Foto: Maike PlaggenborgDer Billardtisch ist ein Relikt in der geschlossenen Gaststätte. Zurzeit leben dort Erald Josifi (links), Rudin Corbexhi (Dritter von links) und Erion Laraku (rechts). Oison Kaja (Zweiter von links) ist inzwischen wieder zu Hause. Foto: Maike Plaggenborg

Seit gut zwei Monaten leben drei junge Männer aus Albanien in Kluse in einer ehemaligen Gaststätte. Die Vorstellungen, die sie von ihrer Zukunft hatten, verlieren sich nun in einem langwierigen Asylbewerberverfahren. Ihre Visionen scheinen derzeit illusionär.

Finger hoch, wer sich freiwillig auf den Weg aus seiner Heimat macht, engste Verwandte zurücklässt und sich auf die Suche nach finanzieller Sicherheit für selbige macht. Das würden wohl die wenigsten wollen. Rudin Corbexhi aber ist diesen Schritt bereits mit 15 Jahren gegangen. Er hat lange hingearbeitet auf eine bessere Perspektive. Spätestens seit er vor gut zwei Monaten in eine geschlossene Gaststätte in Kluse gezogen ist, wird ihm wohl klar sein, dass aus der Vision auf ein besseres Leben eine Illusion geworden ist. Er suchte eine bessere Zukunft, ausgerechnet in Griechenland, das ja bekanntermaßen in Schwierigkeiten steckt – nicht erst seit gestern.

Speziell für Albanien könnte sich das Problem auf lange Sicht womöglich relativieren, denn das Land ist seit gut einem Jahr offizieller Beitrittskandidat der Europäischen Union. Mal sehen, ob ein möglicher Beitritt und damit auch Veränderungen illusionär sind.